Stars

In Our Bedroom After The War

Text: Rafael Wawer

Nahezu unheimlich, wie voraussagbar gut arrangiert Veröffentlichungen der Stars sind. Die Songs entfalten ihre Kraft vor allem, wenn man sie als miteinander verzahnt begreift. »In Our Bedroom After The War« erzählt eine verschachtelte Geschichte. »Personal«, eines von 13 neuen Stücken, stellt dabei das lyrische Epizentrum des Albums dar, das unter Piano und Sternenglitter von postmodernen Liebesmühen berichtet: »Wanted: Single F / Under 33 ... Reply to Single M / My name is Caroline ... Note to single M / Why did you not show up? / I waited for an hour«. Wie ein Skelett funktionieren das geknickte »Personal«, das sehr poetische erste Stück »The Beginning After The End« und das abschließende, titelgebende »In Our Bedroom After The War«.

    »Personal« ist damit Mittelpunkt eines Dramas, dessen konzeptuell angelegte Kapitel »The Night Starts Here«, »Bitches in Tokyo«, »Life 2: The Unhappy Ending« und »Today We Will Better, I Swear« den Tag einer fast alltäglichen Tragödie protokollieren. Streicher, Bläser, Gitarren, Glocken, Beats, Piano: alles, was von unten gegen die Haut schlägt, formt die Musik melancholisch, pathetisch – ganz so wie selbstzerstörerische bedroom wars bisweilen enden. Elysische Stimmen und überraschend an die Bee Gees erinnernde Harmoniegesänge definieren die Platte darüberhinaus als popmusikalische Kartographie – mit überdeutlichen Referenzen in Richtung der Pop-Perfektionisten ABC und Prefab Sprout. Die Achtziger-Produzentenikone Joe Chiccarelli hatte ganz offenbar einen großen Einfluss auf die kohärente Stimmung des Albums.

    Die beiden Stars Torquil Campbell und Amy Millan steigern sich mit jedem Song in eine Spannungskurve, um sich in den Weissagungen des ersten Kapitels / Songs zu fügen: »You were just a kid / And if you lost it all ... The war is over and we are beginning / Here it comes ... Up in our bedroom after the war«.

LABEL: City Slang

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 21.09.2007

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