Young Galaxy

Young Galaxy

Text: Benedikt Köhler

Man muss doch zugeben: Eigentlich hätte es so schön gepasst. Young Galaxy hätten mit ihrem Country-inspirierten Spacepop eine ideale Ergänzung der Montrealer Musikszene sein können. Als da wären: Godspeed You! Black Emperor bzw. A Silver Mt. Zion mit ihren halbstündigen Shoegazer-Erlösungsversprechen; die mehrmanualige Brachialmelancholik von Arcade Fire; außerdem Stars mit ihrer enthusiastisch-abgedrehten Version des melodischen Postpunk; schließlich mitten darunter und ein bisschen von alledem: Young Galaxy, die Band des ehemaligen Stars-Tourgitarristen Stephen Ramsay und seiner Lebensgefährtin Catherine McCandless. Auf dem Debüt bemühen sie sich wirklich, die verschiedenen Indie-Musiken Montreals in Verbindung zu setzen, ihnen gleichzeitig aber auch neue Elemente abzugewinnen: mal eine wundervolle Countryphrasierung (»Swing Your Heartache«), mal ein paar sonnige Beach Boys-Harmonien (»Come And See«) und immer wieder eine dichte Synth-Atmosphäre nach Art von Air (»The Sun´s Coming Up And My Plane´s Going Down«).

    Bei der ersten Single »Swing Your Heartache« klappt das alles noch wunderbar und wird dann auch noch mit pop-philosophisch theoriefähigen Textzeilen gekrönt: »We do not believe that love is free / cause anything worth fighting for doesn´t come for free / We believe in time that you will see / how a war might save us / We believe in time that you will see / the institutions of the world will only serve to enslave us«. Aber ein großartiges Umfeld und einige gute Ideen macht noch kein überzeugendes »Produkt«. Und so bleibt es dann doch beim Abwarten, ob nicht doch die Stars oder gar Godspeed noch einmal etwas hervorbringen, das der Szene wieder eine neuen Wendung verleiht. Das Warten auf diesen Moment freilich lässt sich mit ein paar Takten Young Galaxy ziemlich gut versüßen.

LABEL: Arts & Crafts

VERTRIEB: Import

VÖ: 14.09.2007

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