Dúné
We Are In There, You Are Out Here
Text: Frank Lachmann
Dúné erstmals live zu erleben beinhaltet fast immer den ›Huch, sind die jung!‹-Effekt. Sieben inzwischen gerade mal einigermaßen volljährige Kids aus Dänemark, die sich offenbar schon vor sechs Jahren das Art Brut´sche »Form a band!« zu Herzen genommen haben, und seit immerhin einem bis zwei Jahren nun auch hierzulande diese charmante Art von Underground-Ruhm erreicht haben, die man mit einer wirklich selten gesehenen Spielfreude eben so erreicht: mit der so angesagten Mischung aus Indierock und Elektronik, entsprechend energetischen Liveshows in kleinen Clubs vor euphorischen Nachtlebentheoretikern und dazu einem nicht gespielten Lächeln in den Gesichtern angesichts Zugabe-Gebrülls. Dúné sind derzeit offenbar das mit Synthies, was Mando Diao mit Gitarren mal waren, als jene noch in Kellerclubs aufgetreten sind.
Wo Erfolg – nicht monetär, ursprünglich, sondern inhaltlich – ist, ist aber der Majorvertrag nicht weit. Und auch wenn dieses Debüt (bezüglich des deutschen Marktes und abgesehen von einer EP vor einigen Wochen) nun kaum noch Ecken und Kanten hat, auch wenn man aus der Band offenbar ein Ereignis machen und jegliche Aspekte von Echtheit zu einer eher platten Art von Coolness nivellieren wollte, so ist »We Are In There, You Are Out Here« doch wenigstens noch eine Platte geworden, der man anhört, was hinter dem dargestellten Hochglanzpunk steckt, woher diese Band kommt und zu was sie fähig ist.
Das vergleichsweise ruhig aufgebaute »80 Years«, das irgendwie nach Shitdisco klingt, ohne das entsprechende Tempo zwar, aber mit einem vergleichbaren Enthusiasmus vorgetragen (da wird dann eben eher skandiert als nur gesungen); der ohrwurmende Ausflipp-Song »Dry Lips«, der – selten genug in diesem Genre – nicht nur genau die vorher noch vermißte Energie rüberbringt, sondern auch kompositorisch beeindruckt; die bereits bekannte Single »Bloodlines« natürlich: es muß nicht bezweifelt werden, daß Dúné eine Band ist, die seit einigen Jahren schon als solche funktioniert und das hoffentlich noch eine Weile tun wird. Derzeit wahrscheinlich eher live als auf Tonträger. Aber vielleicht schaffen sie´s ja, sich ›freizuspielen‹ von dem Vermarktungsquatsch. Haben ja noch Zeit, sind ja noch jung.
LABEL: Columbia
VERTRIEB: SonyBMG
VÖ: 28.09.2007

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