The Cribs

Mens Needs, Womens Needs, Wahtever

Text: Martha Linz

Da zuckt es wieder im Takt, zuck, zuck, das Knie, auf, ab. The Cribs fackeln auf ihrem dritten Album »Men’s Needs, Women’s Needs, Whatever« nicht lange mit sowohl Einstieg als auch Eingängigkeit. Die Beschleunigung der Dinge, so könnte man diesen dritten Anlauf auch verstehen, denn nicht nur an ihren musikalischen Skills haben The Cribs seit ihrem ›Breakthrough‹-Album »The New Fellas« gefeilt. Mit den Referenzgrößen Alex Kapranos (Produktion, Franz Ferdinand) und Lee Ranaldo (Feature, Sonic Youth) wollen die drei Brüder sicherlich auch höher hinaus als auf jenem Vorgänger von 2005.
    Einerseits weiß der eine (Kapranos) wie man sich mit dem bzw. abseits des zweiten Albums neuerfindet (Kunst, Kochen, Literatur), andererseits kann der andere (Ranaldo) neue Hörerschichten erschließen und der Band mit seinem Spoken Word-Feature vor Slow-Rock-Kulisse in dem Albumtrack »Be Safe« einen zusätzlichen Image-Spin geben. »That’s the spirit« meint Ranaldo denn auch aus dem Off auf den Kommentar von Cribs-Gitarrist Ryan Jarman, sein Ranaldo begleitendes Take sei ja nicht gerade gerade Bestes gewesen, aber das interessiere ja eh niemanden.

    Die Begegnung mit Ranaldo scheint die Geschwister Jarman sichtlich bewegt zu haben, räumten sie für dessen handschriftlich niedergeschriebenes Gedicht »New Leaps of Faith« (zu hören in »Be Safe«) doch weite Teile des Booklets frei. Natürlich sind The Cribs keine Wiedergänger Sonic Youths, aber sie teilen sich mit ihnen die Freiheit, sich aus stellenweiser Vorhersehbarkeit in befreiende Schrammel-Gitarren-Riffs vor Noise-Kulisse zu ergeben (wie gegen Ende von »Ancient History« oder »Women’s Needs«). Leider bleibt es überdeutlich oft bei der Eingängigkeit, was für eine Gitarren-Band im Fahrwasser der Rifles, Rakes und Chiefs vielleicht auch besser ist. Das klassische Band-Setting aus Bass-Gitarre-Drums verliert sich daher gerne im klassischen Popmuster Strophe-Refrain-Strophe, natürlich stets mit Sperrigkeit und Punk-Attitüde, denn Pop machen The Crips noch lange nicht. Solide, schmissig, sauber produziert: »Men’s Needs, Women’s Needs, Whatever« kann man gut an einem Stück weghören, sich bei einzelnen Tracks mit der ›Repeat‹-Funktion des CD-Players auseinandersetzen oder gleich nach den ersten vier Stücken gelangweilt zu Ranaldo durchskippen.

STREAM:
The Cribs – Men´s Needs

 

LABEL: Warner Music

VERTRIEB: Warner Music

VÖ: 24.08.2007

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