Text:
Christoph Braun

Seinen Schwipps, diese leichte Trunkenheit, hat »Chevrotine« von Krautrock-Bands ebenso wie von den guten unter den eigenartigen Gruppen wie Stereolab und Broadcast. In seiner Filmhaftigkeit erinnert es an die großen Cinema-Komponisten von Morricone bis Badalamenti. Seit Ende April ist »Chevrotine« nun schon draußen. Bloß live vorgestellt haben
Holden ihr Shoegazing mit Chanson zusammen denkendes, irre schönes Album noch nicht. Das ändert sich jetzt endlich. Denn ab 7. September kommen Holden auf Tour. Und sie sind nicht allein: Neben der Band aus Paris stellen
Pascal Parisot und
Fredda je ihre kommenden Solo-Alben vor. Praktisch, dass sie auch noch ein Paar sind. Nach den Konzerten schließlich steigt die Party: Das
Le Pop-DJ-Team Rolf Witteler und Oliver Fröschke selektiert, was in Frankreichs neuem Chanson gerade wieder los ist.
Le Pop on Tour feat. Holden, Pascal Parisot & Fredda
07.09. Köln - Stadtgarten
08.09. Frankfurt - Theater Willy Praml
09.09. Karlsruhe - Tollhaus
12.09. Berlin - Kesselhaus
13.09. Leipzig - Nato
14.09. Hamburg - Fabrik
15.09. Trier - Kaiserthermen-Festival
16.09. Aachen - Jakobshof
18.09. Düsseldorf - Zakk
19.09. München - Rote Sonne
20.09. A-Wien - B72
21.09. Erlangen - E-Werk
Text:
Walter W. Wacht

Die Indiekids sind spürbar irritiert: Jona Bechtolt alias
YACHT verschiebt regelmäßig die Grenzen zwischen Bühnenperformance und Publikum. Viele stehen dann peinlich berührt bzw. amüsiert im Halbkreis, während Bechtolt zappelnd und abgehackt durch sein Set tanzt. Ausnahmen stellen diejenigen dar, die von einer früheren Show positive Erinnerungen mitgenommen oder Spaß am Tanz haben, empfänglicher für ein Loslassen vom Konzertchic sind oder sich allgemein gerne gehen lassen. So war es hierzulande während seiner Tour mit Devendra Banhart, so war es bei
The Blow, so war es bei seinen Headline-Shows mit Yacht. So kann es wieder sein, wenn YACHT für sechs Konzerte mit
Architecture In Helsinki unterwegs ist.
Text:
Ralf Krämer

In einem sicheren Boot schaukelst du mitten auf dem Ozean ruhig in den Schlaf. Schlagartig wirst du geweckt von Presslufthämmern, Sirenen und ratternder Bahnen. So ähnlich muss es dem ergangen sein, der mit Lou Reeds Hit »Walk On The Wild Side« im Ohr im Jahre 1975 sein Doppelalbum »Metal Machine Music« auflegte. Doch inzwischen weiß jeder, der auch nur mit ...
Erschienen in SPEX #310 09-10.2007 | 24.08.2007 00:00
Text:
Jan Kedves

Freizeit, die Luxusware der Moderne. Wie man richtig mit ihr umgeht, bzw. wie sich das richtige Verhältnis zwischen ihr und der Arbeit finden lässt, mit diesen Fragen beschäftigen sich auf ihren neuen Alben zwei Gruppen, die man statt als Bands besser als gender-politische, queere Musikprojekte bezeichnen sollte: Gravy Train!!!! aus Oakland, Kalifornien, und Rhythm King and He ...
Erschienen in SPEX #310 09-10.2007 | 24.08.2007 00:00
Text:
Walter W. Wacht

Hörgewohnheiten neustarten? Die gegensätzlichen Meinungen zur musikalischen Evolution Mathangi Arulpragasams alias M.I.A. machen das notwendig. Neben übersteigertem Lob war im Vorfeld auch von »Bollywood-Kitsch«, »Peinlichkeiten« oder »Rausschmeißer-Songs« die Rede, auch von einem »ins Klischee gesteigerten Abziehbild von ›Arula ...
Text:
Esther Göbel

Get Him, Eat Him machen quengelnden, gut gelaunten Indie-Rock/Pop, der zwar immer die rockende Gitarre und die Stimme von Sänger Matt LeMay in den Mittelpunkt des Geschehens stellt, dennoch aber mit einem wahren Bündel an Ideen daherkommt. Von Eintönigkeit bei Get Him Eat Him folglich keine Spur: Was da mit dem Opener »2x2« noch so nett und harmonisch beginnt, wandelt si ...
Text:
Michael Maurer

Klein, aber oho! Der Auftritt von Seabear bei der c/o pop in Köln vor einigen Tagen stand ganz im Zeichen des retrospektiven Gesamteindrucks dieses urbanen Festivals für elektronische und eben auch akustische Popmusik unserer Zeit. Oder anders ausgedrückt: Fein – und oho! Die minimalistischen, zeitlosen und gleichzeitig messerscharf akzentuierten Popsongs des erst 24-jähr ...
Text:
Andreas Hartmann
Animal Collective, immerhin eine der am freakigsten klingenden Bands des Universums. Man hatte schon von der sagenumwobenen Studentenhaftigkeit der vier Mitglieder Josh Dibb (Deakin), David Portner (Avey Tare), Noah Lennox (Panda Bear) und Brian Weitz (Geologist) gehört. Und tatsächlich: kaum Bärte, nirgends Tätowierungen, keine Spur von Exzentrikermerkmalen. Und die Jungs fragen einen während des Gesprächs sogar, ob sie mal kurz auf Toilette gehen dürfen – so entsetzlich höflich sind sie.
Erschienen in SPEX #310 09-10.2007 | 24.08.2007 00:00
Text:
Jens Balzer
Mit dem Animal Collective kann man sich noch einmal daran erinnern, worum es beim ›Weird Folk‹ eigentlich ging: nicht um ein Zurück zur kunstlos geschrubbten Sperrholzgitarre, zu wallenden Gewändern und langen Haaren, sondern um eine neue Reflexion auf die Popmusik und ihre Produktionsbedingungen. Mit ironischem, sich selbst unablässig beobachtendem Primitivismus realisieren Deakin, Avey Tare, Panda Bear und Geologist den alten Gedanken der unbedingten Gleichberechtigung miteinander musizierender Menschen – im Zusammenspiel gleichberechtigter Tiere.
Erschienen in SPEX #310 09-10.2007 | 24.08.2007 00:00
Text:
Daniel Erk
Erschienen in SPEX #309 07-08.2007 | 24.08.2007 00:00