Black Strobe
Burn Your Own Church
Text: Georg Brunner
Ursprünglich als Dance-Duo Houserhythmen und später EBM verpflichtet, haben Black Strobe aus Paris in ihren ersten Jahren vor allem durch Remixes für Nitzer Ebbe, Rammstein und Röyksopp von sich hören gemacht. Seit dem Weggang von Gründungsmitglied DJ Ivan Samgghe haben sie sich zu einer ›richtigen‹ Band gewandelt und der, ähm, dunklen Seite des Dancefloors zugewandt.
Auf seinem Debütalbum vermischt das nunmehrige Quartett unter Regie von Produzent Paul Epworth (Bloc Party, The Rapture) und Mixer Alan Moulder (Nine Inch Nails) elektronische Clubbeats, Industrial-Referenzen, Rockabilly-Ansätze und Black Metal. »Kein reines Dance-Album« sollte es laut Mastermind und Sänger Arnaud Rebotini werden, und die diesbezüglichen Ansätze sind gut: Bei »Buzz Buzz Buzz« und »You Should Be« lassen Front 242, NIN und Nitzer Ebb grüßen, die Single »Shining Bright Star« sowie die Cover-Version »I´m a Man« überzeugen mit ihren fetten Basslines und der eindrucksvollen Stimme Rebotinis. Auch die Referenz auf nordischen Metal im Opener »Brena di Ega Kjarhe« ist durchaus gelungen.
Black Strobe sind aber keineswegs die Ersten, die Gitarren und Elektronisches zu vereinen versuchen und aus den strengen Regeln der Genre-Vorgaben ›ausbrechen‹ wollen. Was Bands wie Soulwax perfektionieren – nämlich die makellose, selbstverständliche Fusion von rockigen Sounds und zeitgenössischen Elektro-Beats – wirkt bei den Parisern insgesamt doch etwas zu altbacken und überholt. Und weil es in seiner Kombination nicht wirklich überzeugt, dient »Burn Your Own Church« wohl eher als Instrumentalisierungsinstrument der SeparatistInnen-Fraktion, die sich für eine strikte Trennung von Elektro versus Rock ausspricht. Ein Album für anti-puristische Industrial-Anhänger, die in den späten Achtzigern hängen geblieben sind.
LABEL: Playlouderecordings
VERTRIEB: Indigo
VÖ: 17.08.2007

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