Elvis Perkins

Ash Wednesday

Text: Ingo Scheel

Fünf Jahre liegt jener Aschermittwoch zurück, der Elvis Perkins (kein Pseudonym!) zur  Namensgebung seines Debüts inspirierte. An jenem Tag im Jahre 2002 besuchte er das leer stehende Haus seiner Eltern und schrieb den Titelsong, der nun das Album chronologisch in zwei Hälften teilt: vor den 9/11-Anschlägen und danach. Hatte er 1992 bereits seinen Vater, den Schauspieler Anthony Perkins, auf tragische Weise verloren (Anthony Perkins starb an den Folgen von AIDS), saß seine Mutter, die Fotografin Berry Berenson, ausgerechnet in einem der beiden Flugzeuge, die in den Türmen des World Trade Centers zerschellten. Vor diesem biografischen Hintergrund überrascht es nicht, dass »Ash Wednesday« kein Feuerwerk der guten Laune geworden ist. Dennoch ist das erste Album des 31-jährigen Amerikaners keinesfalls nur eine düstere Zwischenbilanz, im Gegenteil: Wie auch die luftigeren Songs von Nick Drake, Bob Dylan oder auch eines Van Morrison zu Zeiten von »Astral Weeks« schafft Perkins immer wieder und, so scheint es, fast beiläufig den poetischen Brückenschlag zwischen Schwermut und Hoffnung auf einen neuen Tag. »It’s a sad world after all« singt er, und wer wollte ihm  widersprechen. Doch wenn sich zur Akustikgitarre Perkins’ allerlei Instrumentarium von Harmonika, Posaune und Orgel bis zu Violine, Banjo und Piano gesellt, verwandelt sich die Schwere in ein fast leichtfüßiges Folk-Country-Gemisch. So ist »Ash Wednesday« nach Arcade Fires »Funeral« ein weiteres Beispiel dafür, wie viel Kraft und Kreativität aus persönlichen Tragödien erwachsen können.

LABEL: XL Recordings / Beggars Group

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 13.07.2007

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