Vorspiel für Hot Chip

Some Boys Are Bigger Than Others

Text: Jan Kedves

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Hot Chip waren, was Pop betrifft, der Knüller des letzten Jahres. Polternde Dance-Grooves und Refrains, die sich nach einmaligem Hören als Evergreens empfahlen: Wie das Londoner Quintett Wave-Zitate und an modernem R&B geschulte Beat-Schusterkunst mit Folk-Songwriting und Devo-Surrealismus zusammenbrachte, um daraus trotz aller Bezugnahmen auf Gekanntes einen höchst originellen Sound zu quirlen, das brachte 2006 die Taschenrechner zum Glühen. Landauf, landab landeten ihr Album »The Warning« und ihr Hit »Over And Over« auf Platz 1 der Jahresbestenlisten. Nicht so bekannt ist, dass die Schulfreunde, die sich in ihrer Freizeit nicht nur dem Ausprobieren interessanter Brillengestelle widmen, ihren universell versierten Musikgeschmack zuvor bereits in zwei DJ-Mixe verarbeitet hatten: »Mixture« und »Mixture 2« blieben zwar »promo only«, fuhren dafür aber umso hemmungsloser Stilkarussell. Mit einer von ihnen gemeinsam selektierten »DJ Kicks« erscheint nun ihre erste legal zu erwerbende Mix-CD. Idealer Anlass für ein »Vorspiel«, das in einem der beiden Hot-Chip-Studios nahe der Brick Lane stattfindet. Anwesend, wie die Orgelpfeifen: Alexis Taylor, Leadsänger der Band, Owen Clarke, bei Hot Chip mit der Synthesizer-Bedienung und der Art-Direktion betraut, sowie Felix Martin, der Mann für die Drum-Machines. Kollege Al Doyle kann nicht mitreden, weil er gerade als Aushilfsgitarrist mit LCD Soundsystem auf Tournee ist. Ebenfalls absent: Produzent und Teilzeit-Bariton Joe Goddard. Er hält lieber auf einer fernen Wellness-Insel seinen Bauch in die Sonne. »Fiesta«, wie R. Kelly singen würde.
(Interview: Jan Kedves / Musikauswahl: Jan Kedves, Tobias Rapp)

The Ronettes
»Walking In The Rain« (Phillies, 1964)

    Alexis Taylor: Das klingt wie eine frühe Phil-Spector-Produktion. Sind das die Ronettes? Ich finde es bemerkenswert, dass Phil Spector so dermaßen für sein Wall-of-Sound-Konzept gepriesen wird, obwohl es auch schrecklich klingen kann. Wie in diesem Fall zum Beispiel.
    Felix Martin: Das ist die totale Kakophonie!
    Alexis: Es passiert zu viel gleichzeitig. Die Beach Boys haben einen ähnlichen Ansatz auf »Pet Sounds« verfolgt, das Album klingt auch recht überfrachtet. Damals mussten diese ganzen Informationen – 150 Klänge gleichzeitig oder mehr – in nur zwei Kanäle gequetscht werden! Das führte unweigerlich zu Soundbrei. Ich will Phil Spector gar nicht so runtermachen. Aber ich glaube, zu der Zeit war es einfach nicht so ratsam, die Musik klingen zu lassen, als spielten hundert Bassgitarristen gleichzeitig.

Möglicherweise ist man von diesem breiigen Klang heute auch nur irritiert, weil man ihn einfach nicht mehr gewohnt ist?
    Felix: Ja, die Vorstellungen der Menschen davon, wie Popmusik zu  klingen hat, haben sich mit der Zeit sehr verändert.
    Alexis: Das stimmt. Ich mag zum Beispiel die Musik von Bobby Bland sehr gerne, einem Soul-Sänger aus den fünfziger Jahren. Oder Hank Williams. Auf Aufnahmen von ihnen sind die Stimmen im Gegensatz zur Musik immer unglaublich laut.
    Felix: Schmerzhaft laut!
    Alexis: Es scheint aber, als hätten sie es damals genau so gewollt – dass einen ihre Stimme regelrecht anspringt. Heute würde man eine subtilere Abmischung bevorzugen.

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Sparkle feat. R. Kelly
»Be Careful« (Interscope, 1998)

    Felix: (grinst) Woran erinnert mich das?
    Alexis: Das ist ein Song von R. Kelly, von dem ich eine Zeit lang total besessen war. Es gab in den späten Neunzigern im R&B plötzlich fast nur noch Songs, die auf diesen beiden Akkorden basierten: E-Moll und A-Moll. Immer dieses gleiche Intervall. Bei Whitney Houstons »It’s Not Right, But It’s Okay« ist es ebenfalls dieses Intervall, und bei »The Boy Is Mine« von Brandy und Monica auch. Ich war damals total fasziniert davon, wie ähnlich sich Songs harmonisch sein können, ohne ähnlich zu klingen. Eines der Stücke auf unserem letzten Album, »Look After Me«, benutzt dieses R.-Kelly-Stück als Grundlage. Die Melodie ist sehr ähnlich.

Diese Parallelen fallen allerdings kaum auf. »Look After Me« klingt völlig anders als »Be Careful« ...

    Alexis: Das ist ja das Faszinierende! Wenn man genug eigene Ideen hat, was Text, Produktion und Sounddesign betrifft, kann man sich  harmonisch so viel bei anderen bedienen, wie man will, es klingt  trotzdem noch wie etwas Eigenes. Ich arbeite seit kurzem auch mit Green Gartside von Scritti Politti zusammen an einem Projekt, da lassen wir uns gerade auch von »Be Careful« inspirieren. Noch ein Rip-Off! (lacht)

Devo
»Jocko Homo« (Stiff Records, 1977)

    Alexis: Devo! Unsere Lieblinge!
    Owen Clarke: Felix, erzähl doch mal von dem Buch, das du vor kurzem gelesen hast.
    Felix: Ja, ich habe »Die Insel des Doktor Moreau« von H.G. Wells gelesen. Da ist mir aufgefallen, dass aus diesem Buch der Refrain von »Jocko Homo« stammt: »Are we not men? We are Devo«. In dem Buch ist es so, dass Doktor Moreau für die Tiermenschen, die er erschaffen hat, eine primitive Religion erfindet. Sie verlangt, dass sie sich immer wieder sagen: »Are we not men?«
    Alexis: Ich liebe das zweite Devo-Album, »Duty Now For The Future«, das Brian Eno produziert hat. Es wird gesagt, die Produktion
sei sehr schwierig gewesen, weil Devo ihm angeblich ihre ganzen Demo-Bänder in die Hand gedrückt haben und sagten: »Könnten Sie es bitte genauso klingen lassen wie auf diesen Bändern?« Eno muss sich gefragt haben, warum sie überhaupt mit ihm zusammenarbeiten wollten, wenn sie ohnehin schon alles gut fanden.

Das klingt in etwa wie das, was ihr mal über das Abmischen eures Albums »The Warning« gesagt habt – dass ihr dem Mixer, Tom Elmhirst, ziemlich auf die Finger schauen musstet ...
    Alexis: Ich möchte da nicht zu sehr uns Detail gehen. Tom hat seinen Job schon ganz gut gemacht. Aber er tat eben auch Dinge, die wir von einem Mischer nicht unbedingt erwartet hätten – zum Beispiel spielte er hier und da noch kleine Streicherparts dazu, weil er dachte, dass sie gut passen würden. Das fanden wir nicht so lustig.

Ihr habt vor kurzem auf DFA Records eine 7-Inch-Single unter dem Pseudonym Booji Boy High veröffentlicht, mit zwei Club-Stücken.
Booji Boy ist ein Charakter, den Devo erfunden haben, oder?

    Alexis: Ja, Booji Boy kommt in den Kurzfilmen vor, die Devo in den Siebzigern produziert haben, noch bevor es Musikvideos gab. Er ist ein ziemlich schräger Typ. Ich erinnerte mich an diese Figur, als ich nach einem Pseudonym für diese Stücke suchte, die Joe und ich letztes Jahr produziert hatten. Stücke für den Club, die wir sehr schnell und anonym
veröffentlichen wollten – so wie es Prince mal mit seinem »Black Album« gemacht hat, und so wie es George Michael auch getan hat. Das weiß ja heute kaum noch jemand: In den Achtzigern hat George Michael mal ein Stück unter dem Namen Boogie Boy High herausgebracht, in den Charts war das sehr erfolgreich. Allerdings kapierte damals niemand, dass es George Michael war – obwohl man auf dem Stück unverkennbar seine Stimme hörte. Diesen Gedanken fanden wir toll: etwas zu veröffentlichen, das eindeutig wie Hot Chip klingt, das die Leute aber trotzdem verwirrt.

2 Bad Mice
»Bombscare« (Moving Shadow, 1991)

    Felix: Das klingt fast wie Pan Sonic.
    Owen: Ich mag diese Explosions-Geräusche und Scratches.
    (Breakbeats und Rave-Orgeln setzen ein)
    Alexis: Ah! So etwas in der Art hatte Joe im Sinn, als wir die Booji-Boy-High-Tracks produziert haben. Besonders das eine Stück, »Doubleshaw«, ist sehr von früher Rave-Musik wie dieser inspiriert.

Wolltet ihr mit Booji Boy High ganz bewusst Stücke produzieren, die wie ›alte‹ Rave-Musik klingen? Um euch von all jenen zu distanzieren, die jetzt auf ›New Rave‹ machen?

    Alexis: Überhaupt nicht. Wir haben die Stücke produziert, bevor überhaupt jemand mit diesem Namen ankam. Es ist natürlich ärgerlich, dass der Hype um New Rave dann losging, bevor wir die Stücke veröffentlichen konnten. Wir hätten die Ersten sein können! (lacht)

Wobei Hot Chip auch so schon häufig genug unterstellt wurde, New Rave zu sein ...

    Alexis: Das stimmt. Tatsächlich gibt es mittlerweile Idioten, die  Leuchtstäbe mit zu unseren Konzerten bringen und sie auf die Bühne werfen. Immer wenn das passiert, sammelt Al alle Stäbe feinsäuberlich auf und schmeißt sie den Leuten zurück – an den Kopf. Ich denke, das bringt unsere Einstellung New Rave gegenüber gut auf den Punkt.

LCD Soundsystem
»All My Friends« (DFA, 2007)

    Alexis: Was ist das, Roxy Music? Es könnte auch Terry Riley sein.
Owen: Es klingt auch ein bisschen nach »Where The Streets Have No Name« von U2.
    Felix: Stimmt, man könnte »Where The Streets Have No Name« gut  darüber singen!
    Owen: Solche Spielchen lieben wir: Melodien von Songs über andere Songs singen. Das ist LCD Soundsystem!
    (James Murphy fängt an zu singen: »That’s how it starts…«)
Owen: »I want to run…«
    Alexis: Das Klavier könnte auch von den Stooges sein.
    Owen: Und die Gitarre von New Order.
    Alexis: Es ist von allem ein bisschen! (lacht)

Bei Hot Chip ist es mit den Referenzen ja genau andersherum: Euer Sound ist zwar ziemlich unverwechselbar, dafür werden in den Lyrics alle möglichen Musiker genannt. Zumindest war das auf eurem ersten Album »Coming On Strong« so.
    Alexis: Stimmt. Prince, Stevie Wonder und so weiter. Der Grund dafür war, dass Joe und ich am Anfang, als uns noch niemand kannte, das Gefühl hatten, uns erst mal vorstellen zu müssen – und zwar so, wie das im Hiphop oft gemacht wird. Rapper behaupten ja häufig »Ich bin wie dieser, ich bin wie jener«. Anstatt zu rappen, habe ich das aber gesungen. Mittlerweile sind wir davon abgekommen. Die Songs auf »The Warning« sind ja schon viel, nun ja…
    Felix: Zeitloser? Klassischer?
    Owen: Die Songs sind für die Ewigkeit. Wie ein Volvo.

Sylvester
»Over And Over« (Fantasy, 1977)

    Alexis: Das erinnert mich an Disco-Produzenten wie Bohannon oder Cerrone. Das Stück kenne ich aber nicht.
    (Sylvester fängt an zu singen: »Over and over…«)
    Felix: Hey, noch ein »Over And Over«-Song! Wie unser Hit! Und wie noch tausend andere Stücke, von Turin Brakes, Fleetwood Mac, Nelly und dieser Frau, deren Namen ich immer vergesse.

Dieser ist von Sylvester ...
    Alexis: Ich mag diese simulierte Party-Atmosphäre im Hintergrund, dieses Lachen, Klatschen und Schreien.
    Felix: Ich glaube nicht, dass ich jemals so fröhliche Musik spielen könnte ...

Sylvester ist ja legendär für sein Falsett. Deine Stimme ist auch recht hoch, Alexis. Falsett singst du aber nicht, oder?
    Alexis: Nein. Ich habe nur einmal Falsett gesungen, auf »Down With Prince«, weil ich das Falsett von Prince imitieren wollte. Das hat aber nicht geklappt. Sonst ist meine Stimme einfach so hoch. Ich weiß gar nicht, wie man die Stimmlage korrekterweise bezeichnen müsste – ob es noch Tenor ist? Jemand hat mir mal gesagt, meine Stimme klänge wie
die von Chet Baker. Das hat mir gefallen.

The Incredible String Band
»Chinese White« (Elektra, 1967)

    Felix: Incredible String Band! Ein echter Favorit! Zumindest von mir und Alexis.
    Alexis: Wir hatten eigentlich gehofft, einen Song von The Incredible String Band für unsere »DJ Kicks«-CD verwenden zu können – als letztes Stück. Aber leider war es nicht möglich, die Rechte zu  klären.
    Felix: Ich hatte letztes Jahr eine Phase, in der ich nichts anderes hören konnte als The Incredible String Band. Immer wenn ich Musik hören wollte, erschien mir ihre Musik einfach als einzige, die gut genug war.
    Alexis: So eine Phase hatte ich auch mal. (lacht)

Was findet ihr so gut an ihnen?
    Felix: Es mag sich komisch anhören, aber wenn ich ihre Musik höre, fühle ich mich immer gleich so englisch, so naturverbunden. Ich spüre dann eine starke Sehnsucht nach Dörfern, Wiesen, nach ländlicher Idylle – nach Dingen also, die mit meinem Alltag absolut nichts zu tun haben.
    Alexis: Ich mag an The Incredible String Band, dass sie viel  experimenteller waren als die meisten Folk-Musiker ihrer Zeit. Vielen
Leuten sind sie ja zu schräg – ihre Melodien klingen häufig ein wenig albern und laufen in verschiedene Richtungen gleichzeitig, die Sänger strengen sich so hörbar an, die Töne zu treffen. Ich finde das sehr bewegend.
    Owen: Felix, was du eben über dieses Gefühl des Englischseins gesagt hast, erinnert mich an den Traum, von dem du mir mal erzählt hast, diesen Brian-Eno-Traum ...
    Felix: Oh ja. Ich hatte mal einen Traum, in dem mir Brian Eno eine Geburtstagskarte überreichte. In der stand, ich solle keine deutsche
Musik machen, sondern mehr englische. Was auch immer das zu bedeuten hatte ...
    Alexis: Ich finde an der Incredible String Band noch bemerkenswert, wie ihre Stimmen harmonieren, wie sie beinahe verschmelzen.

Bei diesem Stück singen zwei Männer. Bei Hot-Chip-Songs singen auch oft zwei Männer, du, Alexis, und Joe ...

    Alexis: Ja, das gefällt mir. Vor allem, weil man mit den Rollen spielen kann. Es gibt diese Platte von Bonnie »Prince« Billy und Matt Sweeney, auf der sie im Duett singen, auch bei den Songs, in denen es eigentlich um eine Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau geht. Das fällt gar nicht groß auf – aber es gibt eben hin und wieder diese Momente, in denen einer der beiden die weibliche Rolle übernimmt. Meine Stimme ist ja von Natur aus eher androgyn, deswegen gibt es solche Momente auch, wenn Joe und ich zusammen singen.

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Bob Dylan
»On The Road Again« (CBS, 1967)

    Alexis: (grinst) Das mag zwar aus der populärsten Schaffensperiode von Bob Dylan stammen, aber das ist die Periode, mit der ich am wenigsten anfangen kann. Ich finde seine Alben »New Morning« und »Self Portrait« viel besser. Und das hat nichts damit zu tun, dass Dylan auf »Subterranean Homesick Blues« plötzlich elektrische Gitarren benutzte!
    Felix: Ich finde sogar die Alben von Dylan am besten, die er noch viel später veröffentlicht hat, nach den siebziger Jahren. Bob Dylan ist einer der wenigen Künstler, die mit der Zeit immer besser werden.

Stimmt es, Felix, dass du im Rahmen deines Literaturstudiums mal eine Abschlussarbeit über Bob Dylan geschrieben hast?
    Felix: Na ja, die Arbeit behandelte nicht ausschließlich Bob Dylan. Es ging allgemein um Literatur und amerikanische Folkmusik. Genauer gesagt um die Idee der Unfertigkeit.

Könntest du das bitte kurz erläutern?
    Felix: Es ging um die Tendenz in den Literaturwissenschaften, Texte als etwas Monolithisches, beinahe Heiliges anzusehen. Bei manchen Schriftstellern mag das zutreffen – bei denjenigen, die sich erst durch zig Rohfassungen kämpfen, um am Ende den einen, absolut perfekten Text zu haben. In meiner Arbeit hat mich interessiert, wie die literarische Form des Songs viel offener und fluider ist. Bob Dylan ist dafür ein gutes Beispiel: Er hat seine Songs nie als etwas Unantastbares angesehen, im Gegenteil, er hat immer wieder mit ihnen herumexperimentiert. Viele Leute konnten das nie verstehen.


The Smiths

»Shoplifters Of The World Unite« (Rough Trade, 1986)

    Alexis: The Smiths! Es mag komisch klingen, aber ich mag The Smiths und Morrissey eigentlich ganz gerne. Auch wenn wir musikalisch nicht viel gemeinsam haben. Ich glaube, die einzige Band, die ich mag und die auch Morrissey gut findet, sind die Cramps. Ansonsten weiß ich, dass Morrissey mal gesagt hat, Reggae sei scheußlich. Das sehe ich natürlich
überhaupt nicht so.
    Felix: An mir sind The Smiths komplett vorübergegangen. Ich schätze, ich war damals noch zu jung.
    Alexis: Die Smiths waren aber doch zu derselben Zeit groß, in der auch New Order groß waren. Und New Order fanden wir damals alle toll!
    Felix: Ja, aber der Unterschied ist, dass New Order auch Kindern ein bisschen Spaß gemacht haben, nicht?
    Owen: Ich hatte immer das Gefühl, dass nur blöde Leute The Smiths mögen.
    Alexis: Was ich an den Smiths mag, ist dieses Aufeinanderprallen, das die Zusammenarbeit von Johnny Marr und Morrissey auszeichnete.
Marr schrieb damals ja die Songs, und Morrissey die Texte. Und so passierte es häufig, dass Morrissey einfach irgendwas über Marrs Stücke drübersang. Marr muss oft das Gefühl gehabt haben, dass Morrissey
seine Arbeit total ruiniert. So geht das bei uns auch manchmal!

Du meinst, Joe produziert einen Track, und du machst ihn mit deinem Gesang kaputt?
    Alexis: Es ist natürlich nicht immer so, manchmal arbeiten wir auch mehr zusammen. Aber es ist schon passiert, dass Joe einen Beat programmiert hat und dachte, dazu würde gut ein Rapper passen. Und dann kam ich und sang irgendwas total Melancholisches drüber. Genauso war es auch bei den Smiths: Johnny Marr dachte sich einen wunderschönen Song aus – und im nächsten Moment hieß er dann »Some Girls Are Bigger Than Others«.

Die »DJ Kicks«-Compilation von Hot Chip (!K7 Records / RTD) ist bereits erschienen. Am frühen Samstag Abend spielen Hot Chip im Rahmen des Melt! Festivals.

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1 Kommentar:
  1. Dieser Kommentar ist ein Trackback von Spex - Magazin für Popkultur » Ursachenforschung im Hot-Chip’schen Neubau:

    [...] derzeit die Zeit vertreibt, ist uns nicht bekannt. Vielleicht hält er »auf einer fernen Wellness-Insel seinen Bauch in die Sonne«? 2012 soll es so oder so je ein New-Build- und Hot-Chip-Album [...]

     
 
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