Diverse

Famous When Dead 5

Text: Matthias Schönebäumer

Als Teil der Offenbacher Label-Troika (nebst Ongaku Musik und Klang Elektronik) verwalten die Macher Ata, Heiko M/S/O und das Sensorama/Alter Ego-Duo Jörn Elling Wuttke und Roman Flügel ein Genre, das man unter dem Begriff »intelligentes Raven« verbuchen könnte. Die mittlerweile über 130 Playhouse-Releases vereint sowohl ein deutliches Bekenntnis zur technoiden Schubdüse als auch zur kristallinen Verspieltheit, was auf der neuesten Ausgabe der »Famous When Dead«-Reihe deutlich nachzuhören ist. Der moderne, fast schon futuristische Sound des Labels hat sich mit den neuesten Releases eindeutig mehr Pop-Appeal zugestanden, was vor allem auf den neuesten Produktion von Roman Flügel nachvollziehbar wird. Klassische Referenzen bleiben weiterhin die in Chicago gesetzten Maßstäbe, was die schiere Breite und Wucht der Beats angeht, aus Detroit leiht man sich das nervös-düstere Funkeln, das alle Tracks ausstrahlen. Selbst die sonst eher für ihre glasklare Helligkeit bekannte Soundarchitektur eines Rajko Müller aka Isolée muss hier einem dreckigen Funk-Track weichen, der sich genüsslich nach allen Seiten dreht und wendet, bevor sich die langersehnten Melodiebruchstücke mosaikartig auffächern. Neben Isolées »The Jacko Theme« gehören vor allem das wunderschöne Folk-Cut Up »Southern Comfort« von My My sowie die Produktionen des Stuttgarter Trios Rework zu den Höhepunkten der Compilation. Cleveres Editing und eine dramaturgisch perfekt abgestimmte Track-Auswahl lassen »Famous When Dead 5« wie eine ausgeklügelte Mix-CD wirken; dabei sind es die Tracks selbst, die mit ihrer eigenständigen Brüchigkeit zwischen Abfahrt und poppigem Listening-Verständnis für ein lohnenswertes Hörerlebnis auf und abseits des Dancefloors sorgen dürften.

LABEL: Playhouse

VERTRIEB: Kompakt

VÖ: 15.06.2007

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