Brockdorff Klang Labor
Frohe Schritte
Text: Matthias Schönebäumer
In einer Zeit, in der affige Namen scheinbar immer noch als Insignien eines kultigen Daseins zwischen Stadtfest-Bühnen und Poetry Slams betrachtet werden, können Sergej Klang, Nadja von Brockdorff und Ekki Labor (früher Ecki Eqq) sicherlich massig punkten. Dem Rest bleibt mit der EP ein ätherisch verklärendes Stück Popmusik, dessen prätentiöse Befindlichkeit schon daran zweifeln lässt, was dieses Land noch alles ertragen muss, bis es Gruppen wie Paula und Zweiraumwohnung verdaut hat. Es geht natürlich wieder irgendwie zu den Sternen, es wird von Zukunft geträumt und man trifft sich im Jahr 1813 an der Kirche. Überhaupt steckt diese EP voll von solchen post-romantischen Bildern, bei denen Melancholie zwar nur grob angetäuscht werden soll, dann aber mit dem Nutella-Messer in breiten Strichen serviert wird: »Eins mit dem Wind / Die Soldaten haben Flügel«. Diese Maßlosigkeit im Umgang mit gefühligen Motiven täuscht nicht darüber hinweg, dass man bis auf einen diffus glasierten Bilderbogen nur wenig anzubieten hat. Dass »Frohe Schritte« als Elektro-Pop-Track dennoch ganz gut funktioniert, ist mit Sicherheit ausschließlich Tobias Levin zu verdanken, dessen glasklare Produktion eine gewisse Reichhaltigkeit garantiert, letztendlich aber auch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass ein ganzes Genre seit Jahren mit denselben Akkordfolgen und verhuschten Arrangements hantiert. Mehrere vollkommen gesichtslose Mixe können dem Original auch keine neuen Aspekte abgewinnen und zeugen von einer gewissen Ratlosigkeit. Es fehlen die Tricks.
Hat »Frohe Schritte« deshalb das Zeug zum Hit? Wahrscheinlich schon.
LABEL: Zick Zack
VERTRIEB: -
VÖ: 01.06.2007

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