People Press Play

People Press Play

Text: Christoph Braun

Auf den Schaumkronen des Noise Pop jonglieren People Press Play mit bunten, geometrischen Formen. Das Spiel sieht super aus, weil es eben die alten, eh immer bloß als Gegensätze gedachten Kategorien Natur und Ordnung, Ernst und Spaß, Genuss und Mathematik in einem undruchsichtigen Ganzen aufgehen lässt. People Press Play sind zunächst einmal eine Supergroup skandinavischer Elektronika. Anders Remmer ist als Dub Tractor bekannt, Thomas Knak hat als Opiate unter anderem schon Björks »Vespertine« mitproduziert, und wie der hat auch Jesper Skaaning mit seinem Pseudonym Acustic eine Vorliebe für die Langsamkeit des Dub und das Schaben digitaler Störgeräusche. Die genannten Drei veröffentlichen bereits seit Mitte der 90er unter den Namen Future 3 und System gemeinsam. Jetzt haben sie mit Sara Savery eine Sängerin gefunden, und derart erweitert klingt auf einmal nach Band, was über ein Jahrzehnt lang ein Modell kooperierender Einzelelektroniker war. Das liegt nicht bloß an der Stimme Saverys. Wobei die alleine schon ziemlich beeindruckt, denn Savery kann trocken und gut geerdet klingen, ebenso aber den Dingen davonschweben. Doch wird eine Band nunmal an ihren Songs gemessen. Und im Liederschreiben sind People Press Play tatsächlich ebenso gewandt wie in Sound-Design und Effekt-Beherrschung. »Always Wrong« klöppelt pastellfarbene Tupf-Sounds unter hingehauchte Schuldzuweisungen, die eher wie Liebesbekundungen klingen, und »Frail« reicht seine Melodie wie einen Kristall dar. Das Album summiert sich schließlich selbst in »These Days«, wo Sarah Savery kunstvoll im Rhythmus stolpert und psychotrope Synths ein Eigenleben entwickeln: Pop von hinter den Spiegeln.

LABEL: Morr Music

VERTRIEB: Indigo / Hausmusik

VÖ: 15.06.2007

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