Emily Haines & The Soft Skeleton

Knives Don´t Have Your Back

Text: Georg Brunner

Überraschend ist es nicht, dass nach Miss Feist mit ihren edlen Pop-Tunes und dem trunkenen Country-Folk der meist sturzbetrunkenen Stars-Sängerin Amy Millan mit Emily Haines nun auch die dritte Sängerin aus dem kreativen und output-freudigen Umfeld von Broken Social Scene auf Solopfaden wandelt.
    Während Haines mit ihrer Hauptband Metric vor allem vorhersehbar unspektakuläre Rockmusik produziert, die gerne live bei Conan O´ Brian und im Vorprogramm der Rolling Stones zum Besten gegeben wird, hat sie mit illustren BegleitmusikerInnen aus Bands wie eben Metric, wie Sparklehorse, Brocken Social Scene und Stars einige melancholische Perlen aufgenommen, die sich in den letzten vier Jahren angesammelt hatten und nun auch in Europa als Solo-Album erscheinen. Basierend auf Haines’ unaufdringlich eindringlicher Stimme und Klavierklängen entfalten Stücke wie »Our Hell« oder »Reading In Bed« nach mehrmaligem Hören eine selten gehörte Intensität, der man sich nur schwer entziehen kann. Auch die beiden Bonus-Tracks »Row Boat« und »Telethon« sowie »The Maid Needs A Maid«, das offensichtlich als Erwiderung auf »A Man Needs A Maid« von Neil Young zu verstehen ist, stehen glaubwürdig für Haines’ »andere«, introvertierte Seite.
    Insgesamt überrascht es, dass die Solostücke von Haines qualitativ so hoch über dem Rockentwurf von Metric stehen und von solcher Klasse zeugen. Während im Falle Metric Haines’ mitreißende und energetische Performance die Musik aus deren Zweitklassigkeit rettet, können die Liebeslieder, Bedtime Stories und kritischen Alltagserzählungen der Kanadierin bei Ihren Soloauftritten für sich selbst sprechen.
    In sich gekehrt macht Emily Haines intensive, intelligente, zerbrechliche Musik, die lange nachwirkt. Schön so.

LABEL: Grönland Records

VERTRIEB: Cargo Records

VÖ: 22.06.2007

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