Text:
Christoph Braun

Rausgehen, in die Stadt: Seit 1994 dokumentiert und kommentiert
Backjumps das Geschehen in der Aerosol-Kultur. Das dritte Festival des Street Art-Magazins findet (mal wieder) unter veränderten Vorbedingungen statt: Natürlich sind Writing und Stencil Art längst auch Galerie-Futter. Doch in einem Sommer, in dem die Medien sich alle auf
Banksy als den »
153 000 Euro-Mann« stürzen und Art Buyer die möglichst lukrativen Kunst-Fonds zusammen stellen, macht ein Blick auf die Basics durchaus Sinn. Zwischen dem 23. Juni und 19. August geht die dritte »Live Issue« von Backjumps durch Berlin, sucht in Kreuzberger Kneipenklos nach den besten Tags, erklärt den Ü55-jährigen auf einer S-Bahn-Fahrt Sinn und Geschichte des Bombings, und bietet eine Vielzahl von Workshops für alle an. Mit dabei sind unter anderem Ash (Kopenhagen/ Paris), Blu (Bologna) und SKKI (Paris). Besonders zu empfehlen: die Fahrrad-Spaziergänge mit Akim. Der hat selbst einen ausgeprägten Style und gehört auch noch zu den Writern mit Theorie-Faible. Die Aktionen gehen aus vom Kunstraum Bethanien in Kreuzberg, wo auch eine Ausstellung gezeigt wird.
Nebenbei und drumherum hängen sich weitere Projekte und Galerien an Backjumps – The Live Issue #3. So etwa die Galerie
Tristesse Deluxe, die das Thema der vergangenen Jahre und sicher auch der näheren Zukunft einfängt: »Street Art goes Fine Art«.
Text:
Walter W. Wacht

Na, das ging ja gerade nochmal gut: Letzten Freitag zeigte sich Indie-Deutschland besorgt, Isaac Brook sei bei einem Überfall verletzt worden,
Modest Mouse mussten daraufhin die beiden geplanten Konzerttermine in Frankfurt und Köln absagen. Und nun: Tadaaa, der wohl am häufigsten umgemünzte Plattentitel einer Indie-Band greift wieder, Good news for people who love bad news: Nachholtermine wurden angekündigt! Schon bald. Für Frankfurt und Köln! Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Puh!
Die Nachholtermine:
03.07. Köln - Live Music Hall
04.07. Frankfurt - Batschkapp
Text:
Christoph Braun

Christiane Rösinger schreibt über das
Justin Timberlake-Konzert vom vergangenen Mittwoch in der
taz sinngemäß: Tanzen irre, Musik und Typ überbewertet.
Groove-Kollege Heiko Hoffmann mailt drei Instant-Beschreibungen: »Wahnsinnsbühnentechnik«, »mieser Sound« und »Mischung aus MTV-Choreografie und Zurschaustellung musikalischer Fähigkeit (allein am Flügel etc.)«.
Wie dem auch sei, niemand kann ein ganzes Leben lang jeden Abend für zwei Stunden powerjazzen und popcrumpen. Justin Timberlake baut jetzt vor. Nur kurze Zeit nach der Verlautbarung, ein eigenes Label namens Tenman Records gegründet zu haben, hat er sich jetzt eine erste Sängerin an Bord geholt. Sie ist die Arctic Monkey des R'n'B, kommt aus den Niederlanden und heißt
Esmee Denters. Bekannt geworden durch Coverversionen von
Beyoncé und eben Timberlakes »
What Goes Around« auf YouTube, wurde sie innerhalb kürzester Zeit zum Darling der R'n'B-Stars. Die ersten Eindrücke: ziemlich super, aber auch noch ziemlich formbar zum Besten wie zum Schlimmsten.
Oder?
Text:
Oskar Piegsa

»Kunst ist ein Lebensmittel«, findet Maurice Summen. »Krieg der Dialektik«,
die neue Platte seiner Band Die Türen,
wird deshalb wie ein Lebensmittel vertrieben: mit Discounter-Strategie. Die Lieder gibt’s zum Nice Price. Und zwar nicht auf CD,
sondern auf DVD – mit Videoclips gratis dazu. Buy One Get One Free.
Leider verhält ...
Text:
Stephan Szillus

Es wäre nicht einmal vermessen, spräche man angesichts gewisser popkultureller Entwicklungen der letzten Jahre von einem leisen Funk-Revival. Gruppen wie die Lefties Soul Connection oder die Daptones arbeiten an einer modernen Garagenversion des tiefen Spätsechziger-Funks der Meters. Jan Delay und seine Band Disko No. 1 versuchen sich mit achtbarem Erfolg daran, den Sound und Geist ...