Ellen Allien
Fabric 34
Text: Daniel Erk
Man kann ja mal fragen: Was sollen, was wollen Mixalben? An der Rekonstruktion eines einzigartigen Moments des Nachtlebens, in dem üblicherweise Interieur, die Anderen bzw. Alkohol et al eine entscheidende Rolle spielen, muss das Format zwangsläufig scheitern. Ausgiebige Aktionen am Crossfader, minutenlange Bassgewitter und epische Versionen sind nun eher nichts, was im nachmittäglichen Sonnenschein, an verkaterten Morgen, an müden Abenden oder zum Pärchenfrühstück große Freude auslösen könnte. Der Grat jedes Mixalbums ist also schmal, zwischen Sinnlosigkeit, Nutzlosigkeit und Überambitioniertheit.
Dass Ellen Aliens Beitrag zu der ohnehin formidablen Fabric-Reihe – man denke an die legendäre Fabric 13 mit Michael Mayer – so fabelhaft funktioniert, liegt daher vor allem daran, dass Ellen Alien mit den üblichen Stilmitteln des DJ bedacht umgeht. Und daran, dass sie mit einem ausgeprägten Gespür für Dramaturgie und Pop zu Werke geht. Was nun nicht heißen soll, dass das Gesamtbild auf Fabric 13 nicht so düster, repetitiv und treibend daherkäme, wie man dies erwarten und erhoffen dürfte, im Gegenteil. Dass diese Rechung aufgeht mag auch daran liegen, dass hier analog gemixt wurde. Es liegt aber natürlich noch viel mehr an der stimmigen Zusammenstellung, in der jeder Track ein Hit ist – und in der Apparat und Thom Yorke, Roman Flügel und Houselegende Larry Heard gleichermaßen zu ihrem Recht kommen. Ellen Alien macht gerade angesichts der Schwierigkeiten auf Fabric 34 sehr viel richtig – vor allem aber macht sie: Lust auf die nächste Party.
LABEL: Vital Dist
VERTRIEB: RTD
VÖ: 18.05.2007

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