Jack Peñate

Spit At Stars

Text: Christian Rief

Fünf Songs, 17 Minuten und ein Versprechen für die Zukunft: Jack Peñate gehört zweifellos zur Sorte der leider viel zu selten anzutreffenden Freigeister und sollte mit diesem Vorgeschmack auf sein im Spätsommer erscheinendes Debütalbum die Weichen für ein gutes Jahr gestellt haben. Wer sonst hätte in letzter Zeit behaupten können, binnen drei Songs Sound und Qualität so unterschiedlicher und gleichermaßen toller Musiker wie Maxïmo Park, Aztec Camera und Marvin Gaye abzuarbeiten, Blödsinn: locker aus der Hüfte auf CD zu schießen? Wer seine erste Single (»Second, Minute Or Hour«) am Veröffentlichungstag bereits vor der Mittagspause als ausverkauft melden muss (!) und als Single der Woche auf BBC Radio 1 vermelden kann, darf sich sicher sein, zumindest in Queen’s Own Country eine ordentliche Erwartungshaltung zu produzieren. Aber was sollte das einen Kerl wie den jungen Londoner Jack Peñate kümmern, der so unverschämt unverkrampft an die Geschichte des Popsongs aller Zeiten und Färbungen rangeht? Kooperationen mit den Top-Produzenten Jim Abiss (Arctic Monkeys) und Mark Ronson (Amy Winehouse) und Spitzenwerte auf MySpace scheinen vorsichtig darauf hinzuweisen, dass hier einer ganz schnell mal ganz weit vorne landen kann. Berührungsängste kennt Penate nämlich nicht: Die fünf Songs auf »Spit At Stars« bewegen sich mit starken Überschneidungen zwischen Uptempo-Pop, Soul und zartem Songwriting und ignorieren schlicht die Grenzen von Ironie und tief empfundenen Gefühlen. Während der Titelsong noch das jugendliche Drauflosrocken feiert, beweist Peñate in »My Yvonne«, dass er auch bei großen Songwritern wie Nick Drake oder Roddy Frame etwas genauer ins Notenheft gelinst hat, um bei »Didn’t I« in direkte Konkurrenz zu »What’s Going On« und »Superfly« zu treten. Und so divergent, wie sich diese EP anhört, so stimmig ist sie, weil »Spit At Stars« jene Glaubwürdigkeit und Emphase ausstrahlt, die sich nicht über Argumente erklären lässt. Bitte unbedingt im Auge behalten, der Mann hat das Potential, seine großspurige Ankündigung bald wahr zu machen: Andere greifen nach den Sternen, Peñate spuckt sie einfach an.

LABEL: XL Recordings / Beggars Group

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 16.04.2007

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