Best Fwends
Alphabetically Arranged
Text: Esther Göbel
Von Moshi Moshi sind wir ja so Einiges gewöhnt: die steppenden Tilly And The Wall, den stets albernen und damit höchst sympathischen Quasi-a-Capella Hot Club de Paris oder ein gewisses multi-instrumentales Oktett, das trotz des Wörtchen Helsinki im Bandnamen den australischen Kontinent seine Heimat nennt… kurzum: man liegt wohl nicht falsch, wenn man besagtes Label mit dem als durchaus positiv aufzufassenden Attribut einer gewissen Andersartigkeit und Schrulligkeit belegt, an dem sich jedoch nur allzu oft und gerne die Geister scheiden.
Wo also könnten Dustin Pilkington und Anthony Davis aka Best Fwends mit ihrem Debüt besser aufgehoben sein als bei Moshi Moshi?! Denn die einfach nur komplett abgedrehte Musik dieses Duos, dem man angesichts dessen, was man zu hören bekommt, zwangsläufig das ADS-Syndrom gepaart mit übermäßiger Langeweile diagnostizieren möchte, steckt alle oben genannten Bands – auf das Wörtchen Schrulligkeit bezogen – locker in die Tasche.
Zur Verdeutlichung: Man stelle sich einfach vor, die beiden jungen Typen hätten bei der Kreation ihres mehr als eigenwilligen Sounds die frühen Beastie Boys, ein paar fette Beats, 300 billige Computer, einen Haufen Kinderinstrumente im Toys ’R Us-Stil, ein bisschen Rock, ein bisschen Punk und eine extra große Portion Spielfreude zusammen in einen Mixer geworfen, auf die höchste Stufe eingestellt und das Ganze dann in ihrem Übermut einfach überlaufen lassen. Heraus kommen 34 (!) Songs in knapp 60 Minuten und eine zwar (gerade wegen ihrer Abgedrehtheit) sympathische und durchaus interessante Platte, die an manchen Stellen mehr als lustig klingt, in den schlechtesten Fällen aber leider zu sehr an den Sound eines Gameboys auf Speed (»Greetings To You«, »Skate Or Live«) erinnert. Und damit einfach des Öfteren um ein Vielfaches zu sehr nervt, als in Gänze überzeugen zu können.
Schade, da manche Songs (»Cloud Of Hope« oder »M.Y.S.E.L.F.«) durchaus Potential verraten und einem ein leicht durchgedrehtes Lächeln ins Gesicht zaubern – welches sich dann aber doch allzu schnell wieder in ein entnervtes Augenrollen verkehrt.
Und so ist es diese Art von Inhomogenität, die das Album auszeichnet und auf welche bei dem ganzen Chaos noch am ehesten Verlass ist. Oder, wie die beiden Herren es selbst ausdrücken: »The record contains some of the best and worst songs we´ve made over the past four years. We´ll let you decide which is which…«
LABEL: Moshi Moshi / Cooperative Music
VERTRIEB: RTD
VÖ: 08.06.2007

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