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Box Of Dub - Dubstep And Future Dub

Text: Christoph Braun

Cultural Gap, du olles Ding: Kaum gibt es auch außerhalb Berlins regelmäßige Dubstep-Partys, kaum hat das Feuilleton deutscher Sprache sein Herz für die Bassmusik aus England entdeckt, da macht man sich in der Heimat des forschenden Slow Mo-Offbeats auch schon an die Historisierung der ganzen Chose. Soul Jazz hat vorab mit der Split-12“ der Digital Mystikz und Kode 9 bereits die Richtung der vollen »Box Of Dub« gewiesen: »I Wait« von den Mystikz rockt so richtig rootsig und ist gerade mal am verkühlten Sound-Design in seiner Modernität zu erkennen. Gut, der Bass mordet, wie es die Bässe heute tun: durch einen Mega-Körper, den aber eben auch eine alle Frequenzen durchscheinende magische Aura umfließt. Kode 9 dagegen, DJ-Impressario und Cheftheoretiker des Dubstep in einer Person, bleibt auch für Soul Jazz mit »Magnetic City« seinem elektro-tja!-magnetisch aufgeladenen Hi Tek-Echo-Sound treu. Monsterstück. Insgesamt aber leistet die wie immer bei Soul Jazz ansehnlich gestaltete Box die Aufgabe, den Sound der Jungen mit dem der Alten kurz zu schließen: Dubstep ist auch nur Dub. Für so eine Thesencompilation braucht man natürlich die Größen der Szene, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu kriegen.
    So sind weiterhin Skream mit einem Fast-schon-wieder-Jungle-Track, Scuba mit gleich zwei elektroiden Dubsphären, und Burial mit einem nokturnen Impressionismus-Teil dabei. Sub Version featuren gleich zweimal in ihren verdrehten Mehrzeitigkeiten den Basic Channel-Sänger Paul St. Hiliare, während Tayo Meets Acid Rockers Uptown in ihrem »Dread Cowboy« vor Lee Perry auf die Knie fallen. Wenn Geschichtsklitterung, dann bitte so. Das gilt für Tayo wie für Soul Jazz. Es kann am Ende ja nur einen geben: den Bass!

LABEL: Soul Jazz

VERTRIEB: Indigo

VÖ: 01.06.2007

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