Cuba Missouri
Things I Wish I Had Not Called Just Things
Text: Lina Brion
Cuba Missouris neues Album »Things I Wish I Had Not Called Just Things« ist durchzogen von dem Motiv des rastlosen Wanderers. »I was urged not to stop but to carry on walking / So I walked / But where to?«, fragt Ingo Drescher etwa in »Like On Rails«, das wie ein erzählender Shuffle beginnt, sich beharrlich steigert und sich schließlich ganz unvermittelt nach vier Takten Stille zu einer großen Powerballade aufschwingt.
Cuba Missouri aus Münster sind keine Überraschung mehr, umso erfreulicher ist, dass die vierköpfige Band nach ihrem viel beachteten Debüt »This Year’s Lucky Charms« von vor genau einem Jahr einen folgerichtigen Weg gegangen ist. Alle zehn Songs eint, dass sie unvorhersehbaren Entfaltungsbögen folgen, es gibt anschwellende Moll-Stimmungen, die in detonierenden Noise-Gewittern aufgehen, es gibt Momente der Rückkopplungen an Stelle von Breaks, es gibt Walls of Sound, überraschende Harmonien, es gibt Innehalten – Ausgangspunkt von echter Dynamik – und vor allem immer wieder: Zeit. Eine regelrechte Vielfalt, mitreißend. Klar, das ist auch kohärenter Post-Hardcore-Indie-Rock-Sound der Neunziger, das ist auch die frühen Notwist – und irritierenderweise erinnert Dreschers Stimme in Momenten an die Kurt Cobains. »But where to?« Cuba Missouri, die sich nach einem Südstaatenkaff in Missouri benannt haben, weil die vorgefundene Provinz dort so sehr an das Münsterland erinnerte, gehen unbeirrt.
LABEL: Make My Day Rec.
VERTRIEB: Alive
VÖ: 18.05.2007

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