Alex Delivery
Star Destroyer
Text: Kai Ginkel
Ein wenig problematisch ist es immer, wenn sich hinter einem hochtrabenden, Ehrfurcht gebietenden Arrangement ein gewöhnlicher, fast reizloser Rocksong verbirgt: Soll man sich denn nun für die Mühe und den schönen Klang begeistern, oder soll man griesgrämig anmerken, dass da doch erstmal eine bessere Arbeit an den Grundlagen geliefert werden sollte? Alex Delivery nötigen eine solche Entscheidung glücklicherweise nur in einigen wenigen Fällen ab, denn zu sehr sind die Elemente schlussendlich ineinander verwoben. Immer dann aber, wenn die noisigen, die freieren Bestandteile das offensichtliche Songwriting deutlich dominieren, hat »Star Destroyer« nichtsdestotrotz seine interessantesten und auch seine schönsten Momente: Als pure Rockband würde das New Yorker Quintett mit Sicherheit recht wenig taugen.
Wenn man dieses Album in sein Herz schließen möchte, sollte man allerdings eine gutmütige Haltung gegenüber Artrock mitbringen. Es ist zuweilen schon recht selbstgefällig, was sich hier ereignet, und man kann noch nicht einmal behaupten, dass es der emotionalen Wucht der Stücke sonderlich zuträglich wäre. All der Kram ist einfach da: entweder kann man ihn leiden oder nicht. Glücklicherweise ist er gut und schlüssig genug produziert, um die Tendenz gekonnt Richtung Zuneigung zu verschieben. Ob es damit jedoch für mehr reichen wird als für einen kurzzeitigen Achtungserfolg in kaufgierigen Kenner- und Kritikerkreisen, ist anzuzweifeln: »Star Destroyer« hat nicht das Zeug zum Überflieger. Sympathisch, gut und sogar ein kleines bisschen auffällig ist es aber allemal.
LABEL: Jagjaguwar
VERTRIEB: Cargo Records
VÖ: 20.04.2007

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