Hauschka

Versions Of The Prepared Piano

Text: Gunnar Klack

Im März erschien auf Fat Cat sein neues Album »Room To Expand«, im Mai bringt sein altes Label Karaoke Kalk eine Compilation mit Remixen des 2005 veröffentlichten »Prepared Piano« heraus. Freunde des experimentierfreudigen Pianisten Volker Bertelmann alias Hauschka dürften dieser Tage also keinen Mangel erleiden. Besonders nicht angesichts der stilistischen Vielfalt, die »Versions Of The Prepared Piano« bereithält.
    Mit dem ungewohnten Klang durch die mechanische Manipulation des Klaviers und dem weit gefächerten Einsatz als Rhythmus-, Begleit- und Soloinstrument machte Hauschka schon auf »Prepared Piano« einen großen Aktionsrahmen auf, der bei der jetzt erfolgten Bearbeitung durch elf Remixer und ihn selbst noch weiter ausgelotet wurde.
    An der ursprünglichen Idee, die bestehenden Tracks nur zu vokalisieren, sie mit Voice-overs zu versehen, hielten nur Eglantine Gouzy, Wechsel Garland, Mira Calix und Tarwater fest. Sie fügten vorsichtig und je nach Bedarf eigene Instrumente hinzu und unterstrichen so den jazzigen, wenn nicht sogar poppigen Appeal von Bertelmanns Kompositionen.
    Bei Frank Brettschneiders »Stumm« muss das Klavier gegen einen Reigen sphärischer Ambient-Sounds ankämpfen, Vert stellte es auf »Rocket Man« als Taktgeber in den Hintergrund eines basslastigen Trip-Hops, und in »Para Bien« von Chica and the Folder wird das Piano von Orgel und Gesang vollkommen aufgesogen und in eine Soundlandschaft eingefügt, die stellenweise stark derer von Stereolab ähnelt.
    Hauschkas eigener Mix spielt mit Kitsch und Niedlichkeit, so dass es auf »Flying Horses« ein wenig nach Karibik und Calypso klingt. Am drastischsten geht jedoch Nobukaza Takemura vor: Die Bezeichnung »Assembler's Mix« ist eine glatte Untertreibung für die Atomisierung, der er Hauschkas »Kein Wort« unterzieht. Seine aus Sekundenbruchteilen des Originals wieder zusammengesetzte klick-und-zirp-Miniatur zeigt beispielhaft, wie weit man mit einem Remix gehen kann. Und als ob das nicht genug wäre: Barbara Morgenstern und TG Mauss haben jeweils ihr Rohmaterial verhältnismäßig klassisch als Sample benutzt um so mit »Im Schlaf« und »Things« zwei veritable Indietronic-Superhits zu kreieren.
Chapeau!
    »Versions Of The Prepared Piano« schöpft die Möglichkeiten dieses Formats voll aus, es ist ein echtes Lehrstück für ein Remix-Album.

LABEL: Karaoke Kalk

VERTRIEB: Hausmusik

VÖ: 27.04.2007

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