Feist

The Reminder

Text:

Wer am gestrigen Montagabend dem Konzert von Leslie Feist (Support: Noël) im ausverkauften Berliner Schillertheater beiwohnen durfte, der konnte mehrere Dinge feststellen.

Erstens: Es darf mitgeklatscht werden, auch oder gerade vor vollem Haus.
Wo bei Konzerten vielerorts coole Contenance gewahrt wird, das Publikum normalerweise erst dem Ende eines Stücks mit Applaus begegnet und tunlichst eine Identifikation mit dem Live-Gig-Gestus der eigenen Eltern zu vermeiden versucht, ruft Feist auf der Bühne zu rhythmischer Klatschbegleitung im Takt auf.

Zweitens: Leslie Feist ist eine grundsympathische Frau Anfang 30, obendrein als einzige dem Abend entsprechend gekleidet: Das Schiller-Theater, in dessen Rahmen das Konzert stattfand, glänzt mit Früh-70er-Jahre-Chic, beige Kacheln gehen nahtlos in dunkles Buchenfurnier über. Sein Glanz ist jener vergangener Tage. Der neue Glanz ist der jener Kanadierin, die in ihrem weißen 60s-Kleid und mit Paillettenbesetzter Armbinde an diesem Abend die Bühne des Theaters nutzt.

Drittens: Wo die schnellen Stücke ihres dritten Albums »The Reminder« etwas zu langsam gespielt werden, gewinnen gerade die ruhigen, intimen Momente mit Xylophon, Trompete und männlichem Backingchor an Fahrt. Und an den wenigen Stellen, an denen ihre Stimme versagt, klebt man als Zuschauer noch stärker an ihren Lippen.

Viertens: Neben dem kompletten Album spielte Feist lediglich zwei ältere Stücke: »Mushaboom« und »Let It Die«. Und anders als im Vorfeld vermutet kam nicht Gonzales zum Konzert, sondern Mocky, den Feist zur zweiten Zugabe zu einem Duett von »Fighting Away The Tears« überreden konnte.

Fünftens: »The Reminder« ist ein makelloses, rundes, bezauberndes Album. Punkt

Über untenstehenden Link lässt sich »The Reminder« in Gänze streamen. Wir verlosen dazu drei Vinyl-10" zu »My Moon, My Man« inklusive einem Remix von Boys Noize sowie zwei Versionen des Stücks »The Water«.
Email genügt: Klick.

AUDIO: Feist - The Reminder (Albumstream)

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