Babils
The Joint Between
Text: Kai Ginkel
Zunächst einmal ist mir jeder Leser suspekt, der sich heutzutage von der bloßen Erwähnung des Wortes »Postrock« nicht auf der Stelle vergrätzen lässt. Hin und wieder aber macht man den Fehler, wegen all der Sattheit gar nicht mehr richtig hinzuhören, wenn sich denn tatsächlich mal was Erstaunliches tut im Rahmen einer Schublade, in der bereits vor Jahren versäumt wurde, ein einziges Mal tüchtig (aber wirklich tüchtig) aufzuräumen. Die Frage also lautet: Sollte man Babils an- oder geflissentlich überhören? »The Joint Between« liefert – das muss man leider sagen – eine etwas unentschlossene Antwort, überzeugt zu großen Teilen aber immerhin durch ein hohes Maß an Einfallsreichtum, Fantasie und Wagemut. Lediglich an dem Geschick, die oftmals überaus feinen Fetzen geschickt und mitreißend ineinanderzufügen, hapert es noch gewaltig. Zum einen ist das unvorteilhaft, doch auf der anderen Seite kann man nicht leugnen, dass gerade das mitunter ein stickig ineinander gefurchtes Auf- und Durcheinander ermöglicht, das der rätselhaften Stimmung der versammelten Stücke recht gut zu Gesicht steht. Ein Glück: Babils haben mehr mit Nurse With Wound als mit Mogwai zu schaffen. Es ist nicht möglich, das vorliegende Album als »zwingend« oder gar als sensationell zu beschreiben. Erahnen lässt es aber deutlich, dass es sich lohnen könnte, sich mit dieser belgischen Gruppe etwas näher auseinanderzusetzen – wenngleich man nicht umhin kommt zu vermuten, dass ihre Musik eher auf die Bühne als auf diesen schönen, aber langfristig wohl eher unauffälligen Tonträger gehört.
LABEL: Still
VERTRIEB: Broken Silence / mdm
VÖ: 27.04.2007

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