Logh

North

Text: Georg Brunner

Ein Klavier und eine Stimme, Pathos und Melancholie vereinend: Mit diesen Grundingredienzen für ihr viertes Album sind Mattias Friberg und seine fünf Begleitmusiker von Logh endgültig am Planet der ausgeglichenen Popmusik gelandet, wo auch die letzten rauen Kanten ihres Meisterstückes »The Raging Sun« glatt geschliffen wurden. »North« konturiert hierbei noch klarer, was das an einem Tag aufgenommene Album »A Sunset Panorama« schon in Ansätzen vorweg nahm, nämlich ein radikales Commitment zu athmosphärischen Grundstimmungen und großen Melodien, stets pathetisch ausladend getragen vom Klavier. »Death To My Hometown« etwa, das vom Verlassen der verwünschten Heimat erzählt, ist ein Paradebeispiel für die Oden, die Logh heute schreiben: sanft, traurig, aufbegehrend. In dieser weiten Gefühlslandschaft ist es vor allem Friberts Stimme, die trotzdem von einer schöneren Zukunft kündet. Bei Loghs musikalischer Entwicklung von wütend-aggressiven Klängen hin zu sanft produzierten Melodien liegt ein Vergleich zu Aerogramme aus Glasgow nicht fern. Deren aktuelles Album markiert ebenfalls eine Ruptur der eigenen wilden musikalischen Vergangenheit und ist mit ähnlich epischen Basics ausgestattet. Loghs Vorteil liegt darin, dass »North« im Gegensatz zu Aerogrammes »My Heart Has A Wish That You Would Not Go« auf Kitsch und plakative Gefühlskämpfe verzichtet, und somit „authentischer“ wirkt. »North« mag im ersten Durchgang als sehr eintönig erscheinen. Später erschließt es sich als Gesamtwerk, das Wundersames ausstrahlt. Ein kühles Album, das Wärme verspricht.

LABEL: Bad Taste Records

VERTRIEB: Soulfood

VÖ: 05.04.2007

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