Maxïmo Park
Our Earthly Pleasures
Text: Wibke Wetzker
Sie zieren das Cover der Spex, des Musikexpress und der Visions. »Ein Hoch auf die Diversität der Meinungsfreiheit« oder »Endlich sind sich mal wieder alle einig«. Auch die Band selbst zeigt Mut zum Nabel der Welt. »Widerstand innerhalb homogener Popkultur« lautet eine Schlagwortgruppe, »persönlich gefärbte Alltagsromantik« eine andere und all das unter dem Dach des Rationalen, des Globalen und des Politischen in der Poesie. Erstens: Maxïmo Park gebrauchen Sprache, sie bearbeiten sie nicht, sie benutzen sie. Irgendwann wird Sänger Paul Smith Bücher schreiben, und sie werden nicht dünn sein, und, was viel wichtiger ist, sie werden mehr taugen, als die Ergüsse des Adam Green. Zweitens: Die Musik vollzieht eine Wendung zum Klassischeren. »Our Earthly Pleasures« klingt inspiriert und routiniert, nicht nach dem Modephänomen, dass »A Certain Trigger« nie sein wollte. Wer es immer noch nicht kapiert hat, dem sei es mit diesem Zweitwerk endgültig verständlich vorgeführt: Indie ist egal! Hinter der leeren Worthülse versteckt sich ein Lifestyle, den man interpretieren kann, wie man will, und »Our Earthly Pleasures« integriert sich lieber ins Große und Ganze, als sich auf irgendeine Szene zu verlassen. Drittens: Hier wird eine Marke aufgebaut, die unverkenn- und dehnbar bis an die Grenzen der eigenen Ideale ist. Siehe Artwork: Wieder Menschen, jung und schön, schlicht und eindrucksvoll, Schwarz und Weiß, aber diesmal tanzen sie nicht, sie halten inne, halten sich fest. Fazit: Während sich die Welt für Maximo Park ausdehnt, rückt die Band als Konzept näher zusammen und verbleibt in aller Greifbarkeit. Nur der göttliche Trieb zu Erschaffen relativiert die Selbstverständlichkeit all dessen.
LABEL: Warp Records
VERTRIEB: RTD
VÖ: 30.03.2007

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