The Go Find
Stars On The Wall
Text: Georg Brunner
Dieter Sermeus, der Mann hinter The Go Find, kommt aus Antwerpen. Der Stadt, die für mich das musikalische Pendant der 90er Jahre zum heutigen Toronto / Montréal war: Ein kreativer Knotenpunkt, nein, ein pulsierendes Rhizom mit Vernetzungen ohne Ende.
In den letzten Jahren ist das musikbegeisterte Interesse für diese kleine Stadt, dieses Amsterdam in Miniatur-Form, abgeflaut. Nachdem dEUS, Zita Swoon und Konsorten sich mittlerweile von ihren wahnsinnigen Anfängen distanziert haben und der wohlverdienten Rente entgegensehnen, drängen vielversprechende Nachwuchshoffnungen nach vorne. Styrofoam zum Beispiel, aber auch und vor allem The Go Find. Mastermind Sermeus hat auf seinem zweiten Album »Stars On The Wall« das Laptop gegen eine Begleitband ausgetauscht, wobei das Ergebnis paradoxerweise reduzierter und schlanker klingt als auf dem Debüt »Miami«.
Was genau diesem minimalistischen Gerüst aus Gitarre, Bass, Schlagzeug, klatschenden Händen und vor allem Sermeus’ zarter Stimme mit flämischem Akzent diesen speziellen Touch, Groove, auch Charme gibt, ist schwer zu (be)greifen. Auf jeden Fall lassen gerade die Nacktheit und Zurückhaltung in der Struktur Raum und Entfaltungsmöglichkeit, um großartige Musik entstehen zu lassen. Adjektive: Präzise, akzentuiert, elegant, mellow, ausgeglichen, verheißungsvoll und sanft klingt dieses Album. Anspieltipps: »Beautiful Night«, »Downtown«, »25 years« und »Dictionary« sind musikalische Perlen, die innerlich sehnsüchtig machen. Aussage: The Go Find können als belgische Antwort auf Phoenix instrumentalisiert werden. Oder: »Stars On The Wall« ist die edelste Popmusik aus Antwerpen seit dEUS.
LABEL: Morr Music
VERTRIEB: Indigo
VÖ: 30.03.2007

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