Herbert
Score
Text: Kai Ginkel
Herbert ist ein Mann der strengen Werte: Hat vor Jahren sogar mal zu Protokoll gegeben, etwa durch den Verzicht auf eigenes Merchandise nach einer Welt voller Integrität zu streben. So sehr man ihm Eitelkeit und moralische Selbstgefälligkeiten unterstellen könnte, so sehr lässt er in seiner Musik doch immer wieder Einfallsreichtum und – wichtig – auch Humor regieren. Durch diesen Zwiespalt werden seine Platten häufig hörenswerte Hit-and-Miss-Angelegenheiten, wobei man »Score« nach den sauber produzierten, letztendlich aber langweiligen Pop-Eskapaden von »Scale« (2006) locker zu den bislang durchgängig besten Errungenschaften des heute 34-Jährigen zählen kann. Denn Humor und Einfallsreichtum sind in der Tat die eindeutigen Eckpfeiler derjenigen Stücke, die sich auf dieser wohl durchdachten Sammlung von Soundtrack- und weiterer Begleitmusik von 1997 bis 2006 wiederfinden.
Natürlich hat Herbert auch hierzu eine maßgeschneiderte Philosophie im Hosentaschenformat parat und wettert gewitzt, dass die meisten Scores doch wohl zu großen Teilen das Setting des jeweiligen Filmes komplett verfehlten. Dagegen setzt er nun konsequenterweise Musik, die sich im einzelnen so stark voneinander unterscheidet, dass man ihm für die Leistung, daraus ein tatsächlich einigermaßen schlüssiges Album zu kompilieren, nur von Herzen gratulieren kann.
Insgesamt ist keines der 17 Stücke weniger als überzeugend – und ein paar sind (wie fast immer) sogar regelrecht umwerfend. Auch über die bloße Qualität der Musik hinaus könnte, nein, sollte »Score« allerdings manch einen neidenden Kollegen des Filmkomponisten Herbert dazu inspirieren, seine Aufgabe in mancher Hinsicht durchaus mal etwas, nun ja, strenger zu betrachten.
LABEL: !K7 Records
VERTRIEB: RTD
VÖ: 26.03.2007

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