Hanne Hukkelberg
Rykestrasse 68
Text: Kai Ginkel
Den Vorgänger »Little Things« empfand ich seinerzeit als deutlich uriger: Naturverbundenheit und Sorglosigkeit waren zentrale Assoziationen, obgleich schon damals in Sachen Promotion ein sonderbarer Captain Beefheart-Vergleich herangezogen wurde, um die Musik für jeden klar erkennbar als verschroben und als eigen auszuschildern.
»Rykestrasse 68« mag einem nun deutlich Lied-orientierter erscheinen. Hanne Hukkelberg verzichtet aber keinesfalls auf das ungewöhnliche Arrangement, sondern hat diese Komponente sogar noch weiter verfeinert, wenngleich sie mit ihr heute vielleicht einfach präziser, unmittelbar treffender verfährt als zuletzt. Mit großer Sicherheit macht man gar nichts falsch, wenn man kühn behauptet, dass einem diese Platte über einen längeren Zeitraum hinweg recht eng ans Herz wachsen könnte, wenn man sie denn lässt und auch sich selbst ein bisschen bemüht. Doch was darüber hinaus trotzdem vermisst werden darf, das ist ein gewisser Standout-Charakter, der nach dem erfreulichen Hype um Joanna Newsom schlichtweg nötig ist, um in einer Position wie der dieser jungen Sängerin überhaupt über eine kurze Rezension hinweg wahrgenommen zu werden.
Wenn man allerdings ihre bisherige Entwicklung nochmals Revue passieren lässt, dann ist es durchaus denkbar, dass Hanne Hukkelberg schon beim nächsten Mal ein großes Hallo auslösen wird.
LABEL: Nettwerk
VERTRIEB: Soulfood
VÖ: 23.03.2007

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