DJ Mehdi Lucky Boy

Zugegeben: die Hypemaschine um Ed Banger funktionierte in den letzten Monaten ganz gut. Euphorisch aufgelöste Gäste bei Liveveranstaltungen und das in Würde verwaltete Erbe des »state of Daft Punk« sind nicht die schlechtesten Vorraussetzungen dafür, dass es ebenso weitergeht. An den hauseigenen Releases ist dies aber nicht wirklich festzumachen. Die gut gimmickhafte Uffie kann ab einem gewissen Punkt auch gut nerven, genauso die Werke von Justice, obwohl natürlich mit der ausufernd geschwungenen Popkeule, der Freundschaftsbekundungen mit Simian und dem Videopreis samt Livediss von Kanye West alles richtig gemacht wurde.
    DJ Mehdi tickt da schon ein bisschen anders. Die klassische Bboy-Haltung, die nicht nur das Cover impliziert, macht seinen Sound durchaus angenehm erfrischend. Trotz der fusionistischen Vermengung von französischem Filterhouse mit HipHop-Roots ist »Lucky Boy« definitiv nicht die Reinkarnation eines wie auch immer gearteten Hip-House-Sound – wie man fälschlicherweise vermuten kann. Auch ist DJ Mehdi nicht zu unterstellen, eine pure Retrospektive des elektronischen Funk abzuliefern. Sicherlich bewegt sich der Grossteil des Albums in Synthiegefilden, die an Namen wie Rick James erinnern. Aber die Produktion, das Arrangement und die Sounds sind einer Progression geschuldet, die den Blick in die Zukunft nicht verneint. Dass Tracks wie »Boggin’« dabei fast bis an die Schmerzgrenze gehen, hat sicherlich auch mit veränderten Hörgewohnheiten zu tun. Mehdi ist eben ein DJ, was auch einen Track wie »Wee Bounce« erklärt, der sich völlig trocken und perkussiv knapp unter der 3 Minutenmarke entlangschiebt. Letztendlich ist die Tanzfläche das Zuhause dieses Albums, was bei häuslichem Genuss niemals negiert werden darf und falschen Erwartungshaltungen vorbeugt. In sich gesehen ist »Lucky Boy« ein intelligentes Stück kontemporärer Clubmusik, dass aber weder dem gemeinen Hipster, noch dem Zirkel einer Breakdanceveranstaltung völlig gerecht wird, dessen Tänzer wiederholt »New Breaks« vom DJ fordern. Zum Glück. Ob der Hype um Ed Banger hiermit anhält, mag an anderer Stelle entschieden werden. Fürs erste reicht ein entschiedenes Wackeln mit dem Hintern. Die Party geht weiter!

LABEL: Ed Banger

VERTRIEB: Alive

VÖ: 16.03.2007

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