Soft Hearted Scientists
Uncanny Tales From The Everyday Undergrowth
Text: Dennis Kastrup
Wenn ein Album implodieren könnte, es wäre dieses Debut der beiden Waliser Nathan Hall und Dylan Line. In drei Akten zu jeweils vier Stücken wagen sich die Soft Hearted Scientists an eine Aufführung heran, die die maximale Spieldauer einer CD gerade mal um eine Minute und siebzehn Sekunden unterbietet. Ihre Geschichten der »Uncanny Tales From The Everyday Undergrowth« platzen dabei aus allen andeutungschwangeren Bildern und deren dazugehörigen musikalischen Oppulenz.
Im ersten Akt, »Wendigo« genannt, tummeln sich meistens Charaktere der grischischen Mythologie, um zwischen dem Meer, den Bäumen und den Sternen für eine größere Universumsbetrachtung herzuhalten. Akt zwei (»Bethesda«) hüpft fröhlich durch fast schon kindliche Beobachtungen über Brüder und Schwester, Monster und »The Yong Bongy Bo«. Der finale Akt (»Midnight Mutinies«) besticht durch Vielfalt was die Liebesbekundungen angeht: Kanonartige Stimmen versus kurze Einzeiler. Obwohl der Begriff »Konzeptalbum« wie ein Damoklesschwert über der Platte schwebt, erzeugen die Stücke eine Leichtigkeit, die musikalisch am ehesten an die Go-Betweens erinnert.
Klassische Gitarren markieren die einzelnen Punkte, die durch Banjo-, Akkordeon-, Sitar- und diverse Effektlinien verbunden ein leicht hippieskes Gesamtbild abliefern. My Kung Fu Recordings dürfen sich jedenfalls auf weitere musikalische Wälzer der Soft Hearted Scientists freuen. Das eigens auf der Bandhomepage angelegte Manifest verspricht: »We refuse to be the loudest, tightest and sexiest band ever!« Kopfnickender und ehrfürchtiger Applaus setzt ein!
LABEL: My Kung Fu
VERTRIEB: RTD
VÖ: 23.02.2007

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