Gui Boratto
Chromophobia
Text: Kai Ginkel
Das hier ist eine der besten Techno-Platten, die man in diesem Frühjahr wird auftreiben können: »Chromophobia« lässt einen enormen ästhetischen Aufwand im Arbeitsprozess erahnen, klingt im Endeffekt aber leicht, lieblich und mit einem guten Gespür für Freiraum und das schlüssige Arrangement gestaltet.
Eine besonders überzeugende Herangehensweise lässt sich des Weiteren im Umgang mit den Dynamiken erkennen, die für Musik wie diese bestimmend sind: In »Shebang« beispielsweise treibt Gui Boratto die Kurzatmigkeit seiner Loops zum einen unerträglich auf die Spitze, garantiert zum anderen aber immer einen unwiderstehlichen Spannungsbogen, der einen tatsächlich siebeneinhalb Minuten bei allerbester Laune halten kann. »Beautiful Life« ist ein weiterer Favorit, der zudem verdeutlicht, wie wohl durchdacht hier vor allem die kleineren Schritte sind.
Das schlimmste letztendlich, was man vorwerfen könnte, wäre Tanzflächenkitsch. Aber da kennen wir freilich deutlich ärgere Verbrechen.
LABEL: Kompakt
VERTRIEB: RTD
VÖ: 02.03.2007

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