Trans Am
Sex Change
Text: Georg Brunner
Sex change, or: For today, I am a trans am. 10 schnelle Jährchen ist es schon her, dass Trans Am mit ihrem von John McEntire produzierten Meilenstein »Surrender To The Night« bekannter wurden, um sich dann zwei Jahre später mit dem Synthiepop auf »Futureworld« auch wieder aus der kuscheligen Nische »Post-Rock« zu verabschieden. Mit fortschreitender Bandgeschichte haben sich Trans Am immer wieder neu erfunden und sind erfolgreich an einem Schicksal called Tortoise vorbeigeschrammelt: Dinosaurier ja, aber noch lange nicht ausgestorben! »Sex Change« ist das achte Album der Herren Means, Manley und Thomson, und wie immer ist die Musik darauf schwer zu beschreiben – bzw. endet ein Versuch darin zwangsläufig in einer literarischen Banalisierung des Gehörten: Rockmusik ist das immer irgendwie, die von drei an Bass, Schlagzeug, Gitarre und Elektrospielzeug arbeitenden Sound-Fricklern großteils instrumental ausgeworfen wird. Zentrale Referenz scheint mittlerweile die eigene Output-Geschichte zu sein: man zitiert sich selbst, mit der Neuerung, dass diesmal schnell und international operiert wurde. »Sex Change« wurde in nur drei Wochen mit vorwiegend fremdem Equipment in Neuseeland, Brooklyn und San Francisco eingespielt und abgemischt. Die Stücke klingen dann teilweise visionär wie »Futureworld (Exit Management Solution)« oder wie ein Sequel zu »Surrender ...« (»4,738 Regrets«). Welcher »Sex Change« hier auch immer vorgenommen wurde: Dieses Album ist rau, hat Beats und rockt, rockt, rockt nach vorn (»Shining Path« etwa). Gute Geschlechterwahl!
LABEL: Thrill Jockey
VERTRIEB: RTD
VÖ: 16.02.2007

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