The Blood Arm
Lie Lover Lie
Text: Manuel Möglich
Wenn eine Band zu einer Referenzband wird, hat das Folgen. Neue Gruppen kommen nach, und manch eine vor sich hin spielende Band orientiert sich um und wird, mit dem nötigen Glück und Talent, selbst wieder zu einer Referenz für andere. Kommt alle Jubeljahre vor. The Blood Arm sind sozusagen eine Referenz-Referenzband. Bekanntlich haben die es besonders schwer, weil sie eben nur ein Abklatsch vom Abklatsch sind. Vollkommen Wurst, wie gut oder schlecht die Platte da auch sein mag. Was also tun, um sich in diesen schnelllebigen Zeiten das nötige Gehör zu verschaffen? Parolen raushauen, ganz egal, wie plakativ die auch sein mögen. »Lie Lover Lie« ist damit und auch mit dem unabdingbaren Narzissmus des Frontmanns voll gestopft. »Yo, I lay down some fucking hits!«, sind auf dem The Blood Arm-Debüt die ersten Worte von Sänger Nathaniel Fregoso.
Kommt aber noch besser: Die fiese und sich so schnell ins Ohr fressende »I like all the girls and all the girls like me«-Piano-Hook in »Suspicious Character« oder das für sich selbst sprechende »I Miss You Like A Nuclear Bomb« im Schlussmach-Song »Angela«. Man nimmt es Fregoso da auch nicht weiter übel, dass er, der ununterbrochen in der ersten Person singt, selbst seine eigene Referenz-Referenzband im heimatlichen L.A. als das nächste große Ding verkauft. Irgendeiner muss ja die Kugel ins Rollen bringen. Auch wenn The Blood Arm die großen Cover nicht vergönnt sein werden und keine Bands folgen, die als Referenz dieses Quartett hier nennen, so sei ihnen und »Lie Lover Lie« wenigstens eine Saison im Rockzirkus gegönnt. Es gibt halt nun schon zwei Franz Ferdinands.
LABEL: Warner Music
VERTRIEB: Warner Music
VÖ: 02.02.2007

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