Mary J. Blige

Text von Andreas Müller
am 25. Januar 2007

Wegen zweier Dinge schätze ich Mary J. Blige auch heute noch. Zum einen gibt es Statements wie das folgende: »I love my God. My God says, Mary, you’re gonna be the biggest thing this year. My God wants me to bling. My God is the bomb«. Das bringt doch ein wenig Wärme ins Herz. Und zum anderen beweist die simple Tatsache, dass Mary es schafft, ihre Stimme gegen die gewaltigsten Musikmaschinenparks auf diesem Planeten durchzusetzen, wer zu Recht die Krone der Queen Of Soul trägt. Wer ihre letzten drei Alben gehört hat, weiß, was ich meine: Die meisten Sängerinnen würden ohne heftigen technischen Beistand in diesen bösartig hoch komprimierten Soundstürmen untergehen.

Dass unsere Mary zwar clever, aber doch ein bisschen doof ist, zeigt hingegen ihr Repertoire: Aus rund 15 Jahren Karriere wurden für diese Best of gerade einmal 14 Tracks kompiliert. Gut war, was verkaufte. Also findet sich denn hier auch der übelste Ausrutscher Ihrer Majestät Regentschaft, jener Pakt mit dem Teufel nämlich, das furchtbare Duett mit U2 – »One«. Das dumme Doppel mit George Michael – ein Cover von Stevie Wonders unverbesserbarem »As« – musste auch mit drauf. Die späteren Jahre, in denen MJB gewaltige Hits ersang, überwiegen. Der schmutzige Anfang ist nur als ferner Hall zu vernehmen (»I’ll Be There For You« / You’re All I Need To Get By«). Die schwache Rückschau wird durch vier neue Tracks, ein wenig aufgewertet, von denen einer zum Besten gehört, was diese famose Sängerin je gemacht hat: ein Duo mit John Legend, das den komplett treffenden Titel »King & Queen« trägt. 2007 möchte ich dann bitte ein MJB-Gospelalbum hören, produziert von Hezekiah Walker. Oder eine komplett akustische Platte. Der Kompressorsound nervt nämlich langsam.

LABEL: Universal Music

VERTRIEB: Universal Music

VÖ: 01.12.2006

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