OOIOO

Taiga

Text: Kai Ginkel

»Taiga« klingt weit weniger luftig produziert als etwa »Gold & Green« aus dem Jahr 2000. Noch immer aber klingen OOIOO bei aller Verdrehtheit zuweilen eigenartig moderat, und das sorgt in Tateinheit für einen überaus direkt einwirkenden Longplayer, der sich thematisch immer wieder um das Verhältnis des Menschen zur so genannten »Natur« zu drehen scheint. Daher nun auch ganz besonders prominent: gekonnte Trommelei (Tribal u.a.) sowie Gesang, der den Klang dieser Band im Spätsommer 2006 zu einer überaus experimentellen Art von Wald-und-Wiesen-Punkrock abrundet. Denn Rock ist all das zu großen Teilen in der Tat - und dankenswerterweise, wie ich zu meinem eigenen Erstaunen hinzufügen kann. Insgesamt ein oftmals überaus lautstarkes Zelebrieren der Möglichkeiten zwischen dem Geist der Boredoms (natürlich) sowie der sinnträchtigen Filmmusik eines Teiji Ito (beispielsweise).
    Lediglich etwas zwingender hätte mancher Gedanke letzten Endes in Musik gekleidet werden können: Man hat schließlich hin und wieder den Eindruck, einer kraftvollen, aber auch etwas unentschlossenen Platte zuzuhören. Und auch wenn das der Qualität wirklich nur ganz geringfügigen Abbruch tut, wäre doch gerade bei der dargebotenen Thematik ein regelrechtes Übermaß an Konsequenz sehr wünschenswert gewesen.

LABEL: Thrill Jockey

VERTRIEB: RTD

VÖ: 22.09.2006

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