Jeffrey & Jack Lewis
City & Eastern Songs
Text: Christine Käppeler
Art Is Hard - besonders für Twenty-Somethings, die eigentlich Thirty-Minus-Next-To-Nothing sind. Würden Jeffrey Lewis und sein Bruder Jack sich in »The Last Time I Did Acid I Went Insane«-No-Fi-Manier durch geschlagene fünf Songs zu diesem Thema rumpeln, wäre das Resultat vermutlich eher nölig bis nervig und Jeffrey Lewis trotz doppeltem Boden aka (Selbst-)Ironie der Seattle Jörg des Antifolk. »City & Eastern Songs« liefert die Bestandsaufnahme der East Village-Befindlichkeit zum Glück weniger niedlich verdrogt denn manisch plemplem und mit ordentlichem Sound ab. Letzteres ist dem Weg vom heimischen Tapedeck ins Studio zu verdanken, was vorab zu einigen Authentizitätsverlustängsten geführt haben mag, letztlich aber die charmanten Eigenheiten der Lewis-Brüder nicht untergraben kann. Fantastisch - nicht nur, aber auch im Wortsinn - wird es vor allem dann, wenn Jeffrey Lewis vom Songwriter zum Storyteller wird und abstruse Geschichten vom »Singing Tree«, von der Liebsten und ihrer Tintenfisch-Phobie und dem »Sucker´s Evening« mit Will Oldham auf den Gleisen der New Yorker L Train erzählt. Letzteres, »Williamsburg Will Oldham Horror«, in einem Tempo, das hundertneun Zeilen Text in knapp sechs Minuten Song verpackt. Graphisch schlängeln sich die geballten bohemian Alltagskatastrophen als bunter Comicstrip am Booklet entlang. Muss alles scheitern in »Artland«? Don´t get upset, this record is wonderful, so darling please don´t get upset ...
LABEL: Sanctuary
VERTRIEB: RTD
VÖ: 28.10.2005

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