The Cribs
The New Fellas
Text: Jan Niklas Jansen
Alte Helden als Produzenten zu engagieren scheint oft keine wirklich gute Idee zu sein. So hatte mit Andy Gill wohl noch niemand wirklich Spaß im Studio, und der wirklich grundgute Edwyn Collins hat dem neuen Album der Cribs einen tendenziell eigentümlichen Sound verpasst. Alle Geräusche werden dicht gedrängt in der Mitte versammelt, als sei das Ausnutzen des Stereo-Feldes nicht wünschenswert. Viel von dem, was passiert, erstickt sich somit gegenseitig. Aber es fällt schwer, sich damit lange aufzuhalten, weil die Cribs in ihren Songs an sich alles richtig machen. Ähnlich wie Graham Coxon in seinen besten Momenten verstehen es die Cribs, die Ruppigkeit von Bands wie Mission Of Burma mit an den Kinks geschultem Songwriting zu verbinden. Die besten Songs wirken am Ende so, als könnten sie sowohl von einer besonders melodisch gesinnten Post-Hardcore-Band aus dem britischen Hinterland als auch von einer besonders grantigen Gruppe aus South London kommen. Im Grunde liegt das Ergebnis dabei gar nicht so weit weg von dem, was The Robocop Kraus lange Zeit ausmachte - inklusive der Tatsache, dass das Album zwar aufregende Konzerte verspricht, aber selber oft daran scheitert, eine ähnliche Spannung zu produzieren. Für jetzt soll uns das jedoch nicht daran hindern, laut »Hey Scenesters« zu singen und auf das vollständig gelungene Album eben noch eine Weile zu warten. Das wird sich sicher lohnen.
LABEL: Wichita / V2 Records
VERTRIEB: RTD
VÖ: 23.06.2005

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