Stephen Malkmus

Face The Truth

Text: Alexis Waltz

In den neunziger Jahren gehörten Pavement zu den Helden dieses Magazins. Nachdem sie sich 1999 auflösten, veröffentlicht Frontmann Stephen Malkmus im Zweijahresrhythmus Soloalben, »Face The Truth« ist das dritte. Pavement handelten unter anderem davon, wie nach dem Phänomen Nirvana Rockmusik noch Glaubwürdigkeit und Verbindlichkeit erzeugen kann; dabei brachten sie wie kaum eine andere Band Kaputtheit und Verlorenheit einerseits, Poesie und Schönheit andererseits zusammen.

    Auf dem neuen Album von Malkmus wird mikroskopischer vorgegangen. Malkmus setzt sich mit den cheesigen, unseriösen Momenten der Popmusik auseinander, Simon & Garfunkel oder INXS seien Bezugspunkte gewesen. Dabei sind die elf Songs sehr konzentriert und auf den Punkt gebracht, wenn etwas abebbt oder auseinander läuft, bleibt das eine bewusste Geste. Das Ende vom Lied ist keine drastische Auflösung mehr, sondern eine gezielte Entgrenzung. Malkmus erscheint jetzt als ein manchmal liebevoller, manchmal ironischer Pophistoriker, der mit einer Beatnik-Sensibilität Musik und Alltag nach anziehenden, irisierenden Surrealismen durchscannt. So was wie einen alten Freund, der einem von Zeit zu Zeit wieder begegnet, kann man in ihm aber nicht sehen: Solche Affekte perlen an Malkmus´ Humor und Posenspiel immer wieder ab.

    Was auf »Face The Truth« sonderbar anmutet: Wie viele der alten Pavement-Songs geht das Album von der grundsätzlichen Beschädigtheit der Rockmusik aus, dabei funktioniert sie ja - auch auf diesen Seiten - wieder bestens.

LABEL: Domino Recording Co

VERTRIEB: RTD

VÖ: 23.05.2005

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