José González
Veneer
Text: Felix Bayer
Anfang dieses Jahres erschien endlich auch in Deutschland die Platte des schwedischen Duos The Knife - sie fand leider keinen Fürsprecher in der Redaktion dieser Zeitschrift, weshalb hier die Gelegenheit genutzt werden muss, um darauf hinzuweisen. Besonders wegen »Heartbeats«, einem unglaublich romantischen Elektro-Pop-Hit mit Steeldrums und Cyndi-Lauper-artigem Gesang: »We had a promise made/we were in love«.
Man weiß nicht, ob es die melancholische Vergangenheitsform dieser Zeile war, die José González für das Lied einnahm, aber er hat es gecovert und damit The Knife in Schweden erst richtig bekannt gemacht. Das war 2003, das Jahr, in dem José González selbst einen Top-Ten-Hit in den schwedischen Charts hatte - mit »Crosses«, was wir jetzt ebenso wie seine reduzierte »Heartbeats«-Version auf seinem Debütalbum zu hören bekommen.
González ist Sohn argentinischer Eltern, aber in Schweden geboren und lebt heute in Göteborg (wo auch der schwedische Morrissey, der wunderbare Jens Lekman, herkommt). Auch er ist Romantiker, aber einer der introvertierten Sorte. Zu hören ist eine meist gezupfte klassische Gitarre, González´ meist im Mix versteckte, an sich nicht unsoulige Stimme, gelegentliches Händeklatschen und Gitarrenkorpusklopfen, einmal eine Trompete. Und Lieder: über die vergehende Sommerliebe, über die im Schatten Stehenden, über die Leute, mit denen er nichts zu tun haben will.
Ein einsamer Sänger, dessen verlorener Blick auf Fotos verdammt gut aussieht - das hat ihn in Schweden zu einer Art Indie-Superstar gemacht. Auch hier wird er die Herzen derer erreichen, denen Kings Of Convenience neuerdings zu fröhlich geworden sind, die von Elliott Smith das Frühwerk vorziehen, die gerne einen unfolkigen Nick Drake hören wollen.
LABEL: Peacefrog
VERTRIEB: RTD
VÖ: 11.04.2005

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