I Am Kloot

Gods And Monsters

Text: Werner Ahrensfeld

Wie stelle ich mir den idealen Anfang einer Platte vor - sagen wir mal von einer Band in gut eingespielter Dreierbesetzung, mit charismatischem, sehr talentiertem Sänger, Gitarristen und Songwriter, und einem Vorgängeralbum, auf dem eben diese Fähigkeiten überzeugend und episch umgesetzt wurden? Nun, entweder könnte der Anfang untypisch, überraschend und schwer fassbar sein (Verwirrung), oder er könnte auch mit einem großen Knall von Song beginnen (Überrumpelung). Bands aber, denen diese Art des Sich-wichtig-Machens nicht liegt, die sich dafür lieber auf ihr Lebensumfeld konzentrieren und über das berichten, was sie angeht (und nicht an übergeordneten »Pop-Konzepten« interessiert sind), werden idealerweise vielleicht so vorgehen wie I Am Kloot aus Manchester auf »Gods And Monsters«: Der erste Song führt noch einmal zurück zum selbstbetitelten Vorgänger, zu dessen breiter, heller, bassarmer Produktion und dem Hall auf der Working-Class-Hero-Stimme von John Bramwell. Er zeigt aber auch die Unmöglichkeit, dahin wieder zurückzukehren (»There´s no direction home!«), und nachdem diese Feststellung ausgesprochen worden ist, wechselt der Sound sofort in die Richtung, die die Band auf »Gods And Monsters« nicht mehr verlassen wird - klar, reduziert, druckvoll, bassbetont. Wobei I Am Kloot auch die Fähigkeit besitzen, selbst ein Liebeslied zur Akustischen druckvoll zu gestalten, ohne schnell oder schrammelig zu werden. Richtig gut wird »Gods And Monsters« aber dort, wo die Band ihre klassische Dreierbesetzung ausspielt, die ja in der Produktion mittels Overdubs leicht ausgehebelt und verwässert werden könnte, hier aber auf höchstens vier Instrumente pro Song, also auf das Wesentliche, beschränkt worden ist. Eine Beschränkung mit maximalem Erfolg. Die Band scheint endgültig bei ihren Songs angekommen zu sein, so unmittelbar zeigen diese ihre Wirkung, so zwingend geben sie den Rahmen, in dem Wille und Anliegen, Liebe und Normalität elastisch und fest zugleich aufgefangen und verstärkt werden. Das liest sich vielleicht unspektakulär, aber eine Band wie I Am Kloot ist in Wirklichkeit ein seltenes Glück.

LABEL: Echo / PIAS

VERTRIEB: Edel

VÖ: 04.04.2005

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