James Yorkston And The Athletes

Just Beyond The River

Text: Stephan Glietsch

Es muss verdammt noch mal unvorstellbar schwierig sein, ein Banjo nach einem Banjo klingen zu lassen. Sonst gäbe es mehr Platten, auf denen das der Fall wäre. Auf »Just Beyond The River«, dem zweiten Album des Schotten James Yorkston und der Athletes, seinem Einstand bei Domino Records, klingt jeder Banjo-Akkord, jede gezupfte Banjo-Seite, jedes Klopfen auf die Banjo-Membran so dermaßen nach Banjo, dass allein dies ein Grund wäre, dieses Album Tag und Nacht mit sich herumzutragen. Und wer hat's erfunden? Mr. Yorkston höchstselbst? Oder war's am Ende gar Produzent Kieran Hebden aka Four Tet? Der hat zumindest einiges zum wirklich fantastischen Sound dieses Albums beigetragen. »Just Beyond The River« klingt jeden Moment, als würde da eine Band spielen (umso unglaublicher, dass eben DAS tatsächlich der Fall ist), UND nach großzügig verwendeten Effekten, ordentlich Reverb, hart arbeitenden Kompressoren SOWIE ... tatatataaaa: warm. So warm, dass man in den besten Momenten meint, es wäre die Körperwärme des Herrn Yorkston, die man da spürt – so nah kann einem diese Musik gelegentlich kommen. Etwa mit »Shipwreckers«, diesem aus sich selbst heraus glimmenden Überhit, für Yorkstons Verhältnisse schon uptempo, ja geradezu beschwingt. Fast schon ein Popsong ist das, diese uralte Parabel von Lust und Verlust. Und ist damit exemplarisch für das ganze Album: Yorkstons Songs sind – egal ob dunkel, brüchig und getragen im Oldham'schen oder treibend und verhalten zupackend im Wilco'schen Sinne – immerzu im goldenen Harz seiner Musik konserviertes Moment, das unter seinen Händen zu sanft glühenden Bernsteinperlen wird. Kleine, wärmende Sonnen mit einem leuchtenden Kern aus eingeschlossenem Empfinden.

LABEL: Domino Recording Co

VERTRIEB: RTD

VÖ: 20.09.2004

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