Sons & Daughters

Love The Cup

Text: Felix Bayer

»A little drummer boy was beating in my heart«, singt Adele Bethel, und wie ein Duracellhäschen trommelt Dave Gow dazu einen stoischen Rockabilly-Beat. Sons And Daughters sind Kinder der Stadt Glasgow, deren Indie-Szene so konstant Großartiges hervorbringt, weil die Musiker nicht konkurrieren, sondern kollaborieren. So spielten Bethel und Gow in der Liveband von Arab Strap, nahmen als Sons And Daughters (zusammen mit Scott Paterson und Ailidh Lennon) ihr Debütalbum im Studio der Delgados auf und gingen mit Franz Ferdinand auf USA-Tournee.

    Doch Sons And Daughters klingen auf den ersten Blick nur im Akzent des Mann-Frau-Wechselgesanges typisch schottisch, ansonsten dominieren twängende Gitarren und amerikanische Stimmungen – ein Lied heißt sogar »Johnny Cash«. Und das Album erschien zunächst auch nur bei einem New Yorker Mini-Indie, bevor sich jetzt Domino zu einer Wiederveröffentlichung entschloss. In Interviews schwärmen die Musiker von Smog und Leonard Cohen – doch auch diese Fährte leitet fehl, denn diese sieben Songs sind eher raues Rumpeln als leises Leid.

    Interessant ist »Love The Cup« aber allemal, denn bei allen Americana-Bezügen ist die Musik vollkommen frei von Roots-Seligkeit – immer ist die Kombination der Stile als bewusst ausgedacht erkennbar. Der Sound ist oft nur ein Gerippe aus Duracellbeat, loopartigem Gitarrenthema und diffuser Bedrohlichkeit im Gesang. Ein, zwei Akkorde müssen meistens reichen, wenn ausnahmsweise ein dritter dazukommt, klingt das vor dem Hintergrund der sonstigen Reduktion schon fast schwelgerisch.

    Auf der Bühne sollen Sängerin und Sänger wie eine manische Version von Nancy & Lee wirken – auf dem Debütalbum klingt die Aggression noch gedämpft, mühsam zurückgehalten, kurz vor dem Ausbruch gebremst. Sons And Daughters behalten die Kontrolle.

LABEL: Domino Recording Co

VERTRIEB: RTD

VÖ: 06.09.2004

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