Badly Drawn Boy
One Plus One Is One
Text: Ralf bei der Kellen
Die Tatsache, dass sich der Titel des vierten Albums von Damon Gough aka Badly Drawn Boy an einen britischen Top-Ten-Hit aus den frühen 70ern anlehnt (anyone remember Medicine Head? Nicht?), deutet es bereits an. Und die erste Textzeile »Back to being / who I was before« in Verbindung mit einer schrammelig aufgenommenen Akustikgitarre stellen es vollends klar: Gough hat sich auf diesem Album in mehr als einer Hinsicht seiner Wurzeln besonnen. Zum einen ist er zum Low-Fi-Ansatz seines ersten Albums »The Hour Of Bewilderbeast« zurückgekehrt. Die Zimmeratmosphäre ist deutlich vernehmbar und Andy Votel, alter Freund und musikalischer Begleiter des ersten Albums, ist ebenfalls wieder an Bord. Zum anderen klingen die Arrangements auf »One And One Is One« wie die auf early-70s-Britprogrock-Alben (Hallo Kevin Ayers, Caravan, etc.) und damit viel englischer als das in Los Angeles aufgenommene »Have You Fed The Fish«. Die Tatsache, dass dieses Album in Stockport nahe Manchester, also quasi zu Hause produziert wurde, ist ihm in jedem Moment anzuhören und lässt es denn auch so klingen, als sei er in ihm zu Hause. Zwar sind die Songs (analog zum britischen Klima) relativ düster, aber immer intim, warm und gemütlich (wie das zu Hause nun mal so ist). Das Überzeugendste an diesem Album ist aber die Tatsache, dass Goughs Songwriting stärker denn je ist - allein der Opener hat sich bereits nach dem ersten Hören tief ins Gehirn eingebrannt, ganz zu schweigen von der Single »Year Of The Rat«, eine Pophymne mit Widerhaken und chancenreicher Anwärter auf den Titel »bester Song im Repertoire«. »One And One Is One« ist definitiv Goughs bisher bestes Album und zementiert seinen Status als einer der besten Songwriter der Gegenwart. Welcome Home, Badly Drawn Boy!
LABEL: XL Recordings / Beggars Group
VERTRIEB: RTD
VÖ: 10.06.2004

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