The Black Keys
Thickfreakness
Text: Stephan Glietsch
Ein Fels. Ein Altar. Herausgehauen aus den Herzen zweier viel zu junger, weißer Kerle. Ohne Presslufthammer, ohne Spitzhacke, ohne Meißel, mit nichts als einer Gitarre, einem Schlagzeug und einer blutenden Stimme als Werkzeug. »Thickfreakness« ist Blues, wie er bluesiger kaum sein könnte. Roh, sticky, schwarz wie die Seele, die dem Duo Don Auerbach und Patrick Carney unter den eingerissenen Fingernägeln klebt. Bluuuues, mit langem, zwischen Leber und Niere zerschmirgeltem »U«. »U« wie »Uh baby, it hurts«. Aber - obacht - genauso wenig, wie sie die Next-White-Stripes sind (Carneys dickärschige Drumbeats haben schließlich mindestens genauso dickärschige, funkige Vettern beim Wu Tang-Clan), sind sie alles andere als die neueste, gewiefte Retro-Pose. Denn Auerbach singt Sätze wie »You stole my heart and damn near drove me mad / I gotta get back home to my mom and dad«, als würde er einen Exorzismus betreiben: zweifelnd, innerlich zerrissen, aber ohne einen Moment des Zögerns, der Unsicherheit, weil er weiß, dass einer es ja tun muss.The Black Keys sind Hingabe und Leidenschaft. Ein Altar. Ein Fels. Ein Berg. Und wir alle wissen: »Mountains never surrender«.
LABEL: Fat Possum
VERTRIEB: SPV
VÖ: 28.03.2005

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